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Adam Sandler übernimmt in „Jack und Jill“ beide Hauptrollen – und stellt Fans auf eine Geduldsprobe

Hier brüllt die Komik von der Leinwand

Mit einem altbekannten Gag wollen gleich zwei Filme das Publikum in die Kinos locken. Auf eine Männerrolle in Frauenklamotten setzte zunächst Matthias Schweighöfer in „Rubbeldiekatz“. Jetzt folgt Adam Sandler in „Jack und Jill“ – und will damit an Vorgänger dieses Komödienmusters wie „Mrs. Doubtfire“ mit Robin Williams anknüpfen.

veröffentlicht am 25.01.2012 um 13:23 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Franziska Bossy
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Sandler spielt das Mannsweib Jill mit Melonenbrüsten, Schweißflecken und Pupsattacken. Die ungeliebte Zwillingsschwester kommt zu Besuch und zerrt an Jacks Nerven mit piepsendem Lispel-Sprachfehler, übermäßigen Körperausdünstungen und unzähligen Marotten.

Der Humor versucht sich in allen Registern der Brachialkomik. Jills Figur soll mit ungelenken Bewegungen, nerviger Stimme und Slapstick-Sketchen die Unterhaltungsmaschinerie des Films ankurbeln. Doch das gelingt selten, denn die Übertreibung erzeugt wenige Überraschungen. Die Pointen sind vorhersehbar: etwa wenn die recht schwergewichtige Jill unbedingt Pony-Reiten will und das Tier unter ihr zusammenbricht.

Die wenigen Lichtmomente des Films erzeugt der großartige Charaktermime Al Pacino, der sich in der Komödie selbst darstellt. Als Schauspiel-Star in einer Schaffenskrise hat er sich Jill – die Frau aus seinem New Yorker Heimatviertel Bronx – als neue Muse auserkoren. Zwar sind auch die für Pacino geschriebenen Szenen nicht überragend komisch, etwa wenn er sich bei einem Basketball-Spiel neben Johnny Depp setzt und versucht, sich hinter einem falschen Rauschebart vor der Star-Kamera zu verstecken. Aber Pacino ist eine Klasse für sich.

Ihm gebühren auch die Lorbeeren für die einzig sehenswerte Szene des Films, die längst auf der Video-Plattform „Youtube“ im Internet Furore macht. Der Hollywood-Veteran lässt sich dazu überreden, einen Werbespot für einen neuen Cappuccino-Drink zu drehen, weil dieser seinem Namen ähnelt: Er soll „Dunkaccino“ heißen. Dafür tanzt Pacino in einer wilden Rap-Choreografie durch das Café.

So gelingt dem Drehbuch von „Jack und Jill“ kurz vor Schluss doch noch ein erfrischender Sketch. Denn Pacino kommentiert das Werbefilmchen, als er die Rohfassung zu Gesicht bekommt, mit Mafia-Miene – und deutlichen Worten: „Burn this. This must never be seen.“ Also: „Verbrenn’ das. Das darf niemals jemand sehen.“ Böse Zungen mögen spotten, das Urteil könnte genauso gut für „Jack und Jill“ gelten. Denn wenn eine Komödie ihre Komik von der Leinwand brüllt und das Publikum über weite Strecken gelangweilt in die Dunkelheit starrt, dann marodieren die Flachwitze wohl in allzu niederen Regionen der Humorskala.

„Jack & Jill“ läuft ab heute auch im Maxx-Kino Hameln: täglich um 14.30, 18.20 und 19.45 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 22.45 Uhr.



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