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Trotz überschaubarem Publikum konnte Songwriter Adam Barnes seine Zuhörer mit einfühlsamen Songs berühren

Hautnah und authentisch

HAMELN. Wie traurig ist das denn! Da kommt einer der angesagtesten Liedermacher aus England nach Hameln und gibt ein Café-Konzert vor gerade mal 50 Zuhörern! Verglichen mit anderen Veranstaltungen, bleibt da nur ein Kommentar: „Schade!“. Denn dieser Adam Barnes hätte einen Auftritt vor einem weit größeren Publikum verdient gehabt!

veröffentlicht am 04.12.2017 um 15:02 Uhr

Songwriter Adam Barnes aus Oxford begeistert mit emotionalem Folkpop, dem man sich dank seiner markanten Stimme sofort nicht mehr entziehen kann. Foto: hek

Autor:

Henner E. Kerl

Einziger Trost für die wenigen, die den Weg in die Sumpfblume fanden: Sie konnten den Songwriter aus Oxford in Wohnzimmeratmosphäre genießen, hautnah und authentisch.

Vor neun Jahren zog Adam Barnes aus, um mit seiner Musik durch die Welt zu reisen. Längst ist das mehr als Hobby und Leidenschaft. Er tourte nicht nur durch sein Heimatland, sondern durch die USA und viele europäische Länder, füllt inzwischen große Hallen und schaffte spätestens vor einem Jahr, als er gemeinsam mit Matt Simons („Catch & Release“) auf der Bühne stand, auch hierzulande den Durchbruch.

Mit emotionalem Folkpop, dem man sich dank seiner markanten Stimme sofort nicht mehr entziehen kann. Vielleicht klingen viele seiner Songs zu traurig und melancholisch, doch sie berühren und sprechen die Sprache eines überaus einfühlsamen Lyrikers. Dabei erwartet man bei der ersten Begegnung eigentlich fast genau das Gegenteil: Da baut sich vor seinem Mikrofon ein kräftiger, vollbärtiger Musiker auf, einer, der besser in einen irischen Pub passt. Doch dieser Eindruck ist ganz schnell vergessen: der erste Akkord sanft und zurückhaltend und doch markant, und dazu eine Stimme, die wunderbar gefühlvoll und einprägsam ist.

Adam Barnes lebt seine Musik. Deshalb scheint es ihm auch völlig egal, wo er spielt, in großen Hallen oder eben vor einem so kleinen Publikum wie an diesem Spätnachmittag in der Sumpfblume. Deshalb auch bereitet ihm dieses Café-Konzert, bei dem er von dem Pianisten und Gitarristen James Walker begleitet wird, sichtlich Freude. So wie seinen Zuhörern, die gerne viel, viel mehr von dem 25-jährigen Briten gehört hätten. Vielleicht kommt Adam Barnes ja bald wieder nach Hameln. Dann aber bitte nicht so „versteckt“!

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