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Sina Günther singt im Münster

Hamelner Heimspiel bravourös gemeistert

HAMELN. Sina Günther und Jan-Lukas Willms sind in Hameln bekannt: Beide gingen auf das Hamelner Viktoria-Luise-Gymnasium. Zusammen gaben sie am Samstag ein Benefizkonzert im Münster. Im Fußball würde man so etwas als Heimspiel bezeichnen.

veröffentlicht am 23.09.2018 um 18:19 Uhr

Sina Günther und Jan-Lukas Willms bewiesen ihre große musikalische Souveränität. Foto: Dana

Autor:

Matthias Rheinländer
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Sina Günther präsentierte sich als versierte Sängerin, die intonationssicher und mit bezauberndem Charme ihre Hörer in den Bann zog. Schon das Eröffnungsstück – die Sopran-Arie „Jerusalem, Jerusalem“ aus Mendelssohns Oratorium „Paulus“ – erreichte die Hörer. Sie gestaltete die melodischen Linien mit sicherem Ausdruck und wurde dabei einfühlsam von Jan-Lukas Willms am Klavier begleitet. Es folgten Arien von Händel und Johann Sebastian Bach, kammermusikalische Kompositionen von Verdi und Bellini. All das meisterte die Sängerin mit Bravour und zeigte dabei hervorragenden Stimmsitz und Gestaltungsbereitschaft. Auch schwierige Passagen – wie in der Arie des Ännchen aus Carl Maria von Webers „Freischütz“ – sang die 21-Jährire mit Souveränität. Das belegten auch die Interpretationen von vier Lieder aus der Romantik von Schubert, Mendelssohn, Schumann und Brahms.

Jan-Lukas Willms trat in verschiedenen Rollen auf: als Begleiter und Solist am Klavier und als Solo-Klarinettist. Er stellte sich in jeder Phase des Konzertes als ein absolut zuverlässiger Partner dar. Wenn das Klangbild mitunter ein wenig verschwamm, dann ist das nicht auf das Musizieren der beiden zurückzuführen, sondern rückt nur die für das Klavier riskante Akustik eines solchen Kirchenraums in den Vordergrund. Aber das tat dem Genuss keinen Abbruch.

Besonders eindrucksvoll gelangen die drei Solostücke für Klarinette: eine Bearbeitung des Adagios aus Bachs Violinsonate in g-Moll BWV 1001, eine Ballade des dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade und die „Hommage à Manuel de Falla“ des ungarischen Klarinettisten und Komponisten Béla Kovács. Hier spielte Jan-Lukas Willms sein Können voll aus. Besonders eindrucksvoll gelang die latente Zweistimmigkeit, die in Bachs Sonate hineinkomponiert ist: Immer wieder springt die Stimme in tiefe Lagen, um hier eine Begleitung wie Brückenpfeiler gegen die geschwungenen Linien zu setzen. Solchen musikalischen Schwierigkeiten begegnete der Solist mit Geschick. Auf der anderen Seite interpretierte er die romantische „Ballade“ Gades mit wunderschön geführten Piano-Passagen. Die Hommage an den Spanier Manuel de Falla bot Jan-Lukas Willms die Gelegenheit, noch mehr von seiner musikalischen Souveränität zu demonstrieren.

Das Publikum spendete begeistert Applaus und wurde – natürlich – mit einer Zugabe belohnt.



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