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Goodbye, Geld! – Wie Nis-Momme Stockmann in seinem neuen Stück die Geschichte eines Aussteigers erzählt

Nis-Momme Stockmann gilt als der Shootingstar unter den deutschen Dramatikern. Der Hausautor fürs Schauspiel Frankfurt hat nun ein Stück für das Schauspiel Hannover geschrieben: "Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir" heißt es und dauert in der Inszenierung von Lars-Ole Walburg fünf Stunden. Julia Marre hat sich die Uraufführung angesehen.

veröffentlicht am 17.09.2012 um 17:07 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:41 Uhr

wiederauferstehung
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"Eine Zumutung als Antwort auf die Zumutung der Welt" ist das Stück laut Dramaturgin Judith Gerstenberg. Womit sie nicht unrecht hat. Denn „Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir“ ist eine Art Schwertransporter, der auf die Bühne rollt, weiter ruckelt, hält und wieder anfährt. Beladen mit enorm gewichtigen Themen, wenig wendig in der Handlung, aber, doch – wenn er einmal fährt, dann fährt er.
Es geht um den Mann (sehr gut: Hagen Oechel), der mit 4,5 Millionen Euro im Koffer eine Wohnung an Frankfurts Inheidener Straße 71 bezieht. Unter sein bisheriges Leben zieht er einen Schlussstrich: Frau verlassen, Haus verkauft, Deutsche Bank geprellt. Banker war er. Glücklich nicht. „Wohlstandsneurosen“ diagnostiziert seine geldgeile Ex. Im neuen Domizil begegnet der Mann seltsamen Gestalten: seinem schrulligen Vermieter Kaschinsky, einer alleinerziehenden Frau und dem ominösen Mann mit Turban.

Ins Spiegelkabinett schickt Theaterautor Stockmann sein Publikum im „All-Inclusive“-Drama. Und er will mehr als bloß einen Spiegel vorhalten. Wie viele seiner Stücke wurzelt „Tod und Wiederauferstehung“ fest in der Realität. Das ist auch gut so. Doch dieser – zugegeben sehr eloquente – Entwurf des Realzustandes, eingebettet in eine fiktive Handlung, hätte noch einen Schritt weiter gehen können. Die verirrten Charaktere auf einen wirklichkeitsnahen Rummelplatz zu stellen, reicht nicht aus. Unterfüttert mit Zitaten aus den Medien ist das zwar sehr unterhaltsam. Aber zu viel.
 Walburg gelingt es glücklicherweise, sich diese Komplexität zunutze zu machen.



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