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Philipp Stölzls Film zeichnet ein Jugendporträt

Goethe als fröhlicher, charmanter Popstar

Auch Dichter, welch banale Erkenntnis, waren mal jung. Und wie viele Teenager waren sie unsicher oder draufgängerisch, verliebt oder trotzig. Johann Wolfgang von Goethe war diesem Film zufolge nicht anders: im Clinch mit den Erwartungen des Vaters, begierig, schreiben zu dürfen, versessen darauf, sein eigenes Leben zu führen und es mit jemandem zu teilen. Das Vorrecht der Jugend ist es, Fehler machen zu dürfen. So erzählt Regisseur Philipp Stölzl, zuletzt mit „Nordwand“ im Kino, die Vorgeschichte des Dichters, der sich – seines jugendlichen Ungestüms wegen – in einer Dreiecksgeschichte wiederfindet. Es wird um erste Liebe gehen, um Coming of Age, um die Berufung als Dichter. Dass dabei der junge Goethe als fröhlicher, charmanter Popstar rüberkommt, ist durchaus im Sinne des Erfinders.

veröffentlicht am 26.11.2010 um 14:14 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:21 Uhr

Autor:

Michael Ranze
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Der Film soll unterhalten, mit flottem Erzähltempo, frechem Witz und bewundernswerter Ausstattung, von den schlammigen Straßen Wetzlars bis zur erdrückenden Amtsstube, in der Goethe (Alexander Fehling) Dienst tut. Bei einem Ball lernt er die schöne und schlagfertige Lotte Buff (Miriam Stein) kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Das Problem: Lotte ist ausgerechnet Albert Kestner (Moritz Bleibtreu), Johanns sauertöpfischem Vorgesetzten, versprochen. Und der hat einfach mehr Geld auf dem Konto. Später muss der arme Goethe nach einem Duell mit dem Rivalen ins Gefängnis und schreibt in einer Nacht „Die Leiden des jungen Werther“. Lotte sorgt für die Veröffentlichung – der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Ob das alles wirklich so passiert ist, darf bezweifelt werden. Stölzl ging es weder um historische Akkuratesse noch um literarische Zuordnung. Sturm und Drang, politische Verhältnisse, Aufbegehren gegen eine starre Gesellschaft? Alles nicht so wichtig. Der Regisseur hatte die unglückliche Liebesgeschichte eines charmanten Draufgängers im Sinn – mit allem, was dazugehört: Verführung, Romantik, Eifersucht, Einsamkeit, Verzweiflung.

„Goethe“ läuft im Maxx-Kino Hameln täglich um 17.30 Uhr.

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