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Ein Jahr nach Tod der Pop-Ikone sollten bislang unveröffentlichte Songs auf den Markt kommen

Gericht stoppt neue Prince-Songs

MINNEAPOLIS. Die geplante Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten Songs des verstorbenen Popstars Prince ist gerichtlich gestoppt worden. Wie das US-Promiportal „TMZ.com“ unter Berufung auf Gerichtsdokumente am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete, erließ ein US-Bundesrichter auf Antrag des Nachlassverwalters eine einstweilige Verfügung, wonach das Kurzalbum mit dem Titel „Deliverance“ (etwa „Erlösung“ oder „Befreiung“) nicht wie geplant am Freitag auf den Markt gebracht werden darf.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 18:48 Uhr

Prince am 8. Oktober 2010 bei einem Auftritt in Antwerpen. Am 21. April 2016 starb der US-Popstar auf seinem Anwesen in Chanhassen, Minnesota, USA, an einer versehentlichen Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl. Foto: dpa

Autor:

Dirk Steinmetz

Der Produzent George Ian Boxill wollte am ersten Todestag des Künstlers sechs neue Songs veröffentlichen. Das Gericht allerdings stellte fest, Boxill habe augenscheinlich nicht das Recht dazu. Der Richter bezog sich nach dem Bericht auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die der Produzent unterschrieb, als er vor mehr als zehn Jahren mit Prince zusammenarbeitete.

Die fraglichen Songs sind zwischen 2006 und 2008 entstanden. Damals arbeitete die Pop-Ikone ohne Plattenlabel. Die neue EP (EP steht für Extended Play) sollte bei dem kanadischen Musiklabel RMA erscheinen. „Prince sagte mir einmal, dass er nachts im Bett ständig darüber nachdenkt, wie er seine Musik an den großen Labels vorbei direkt an die Öffentlichkeit bringen könne“, so Boxill in einer Pressemitteilung. Die Songs bei einem unabhängigen Label zu veröffentlichen, hätte Prince wohl gutgeheißen, mutmaßte Boxill. „Ich hoffe, dass es den Menschen Trost spendet, wenn sie Prince diese Songs singen hören“, so Boxill.

Das Album sollte neben dem Titeltrack „Deliverance“ noch ein vierteiliges Medley und eine Langversion des Songs „I Am“ enthalten. Es ist schon von mehreren Millionen Fans vorbestellt worden, kann zurzeit allerdings nicht mehr geordert werden. Die betreffende Internetseite ist aus dem Angebot von iTunes verschwunden. Mit der Vorbestellung war allerdings automatisch der Titelsong „Deliverance“ zum Download bereitgestellt worden, was viele genutzt haben dürften. Auch bei Amazon war „Deliverance“ am Donnerstag nicht mehr zu finden.

Mit Songs wie „Purple Rain“ und „Kiss“ begeisterte Prince Fans auf der ganzen Welt und blieb doch immer verschwiegen und mysteriös. Vor einem Jahr starb der Musiker überraschend mit nur 57 Jahren. Prince fehlt – aber nirgendwo so sehr wie in seiner Heimat Minneapolis.

Was von Prince noch übrig ist, wird gleich doppelt von den weißen Mauern Paisley Parks geschützt. Ein Miniaturmodell des Anwesens, geschmückt mit dem lilafarbenen Symbol, das der Sänger eine Zeit lang als Pseudonym verwendete, steht in einem Kasten aus mattem Glas hoch an der Wand über dem Atrium des Gebäudes. Darin wird seine Asche aufbewahrt.

Paisley Park war Princes Zufluchtsstätte, Spiel-, Wohn- und Arbeitsplatz. Von außen wirkt der Komplex in Chanhassen, am Rand der Vororte der Metropole Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota, wie ein unscheinbarer, fast fensterloser Zweckbau. Aber hinter den dicken Mauern versammelte Prince auf 6000 Quadratmetern alle seine Habseligkeiten, Auszeichnungen, Kostüme und Instrumente und baute sich ein Musik-Paradies mit mehreren Aufnahmestudios, Bühnen und Videoproduktionsräumen.

Der Musiker war am 21. April 2016 leblos im Aufzug seines Anwesens Paisley Park gefunden worden und kurz darauf für tot erklärt worden. Als Todesursache wurde eine Überdosis des sehr starken Schmerzmittels Fetanyl festgestellt. Prince starb im Alter von 57 Jahren.

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