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Rainald Grebe gastiert mit seinem vierten Soloprogramm im ausverkauften Pavillon

Gegen Bunker, aber für Partykeller

Hannover. Mit blinkenden Osterhasenohren auf dem Kopf stürmt Rainald Grebe ein Herbstlied singend auf die Bühne des Pavillons – nicht einmal, viermal. Es folgt ein wilder Monolog über den Kampf mit einem Schwan aus Kindertagen („Schwäne müssen zu Menschen nicht freundlich sein. Sie wissen, dass sie nicht schmecken“). Mit schnellen Sätzen hetzt der Kabarettist und Liedermacher weiter, spielt Stücke am Flügel an und erklärt: „Nichts Neues, nur Archiv, und vor allem nichts Privates“ sei an diesem Abend zu erwarten. Das Gegenteil ist der Fall.

veröffentlicht am 18.01.2012 um 16:23 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Manuel Becker
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Wahrscheinlich war ein Abend mit dem selbst ernannten „Pianisten und Fratzenbeschreiber“ vom Schlag eines Funny van Dannen und Bodo Wartke noch nie so privat wie dieser. In schwarzer Schlabberhose, mit Hausmeisterjacke und Hemd sitzt er am Flügel auf einem Bürostuhl und nimmt das Publikum mit in seine Kindheit: Er zeigt Fotos, auf denen er als 3600-Gramm-Baby im Kinderwagen zu sehen ist, mit gestreiftem Pullover und Brille am Klavier und mit Pickeln im Gesicht an der Blockflöte. Mit aufgerissenen Augen, die Stimme mal leiernd, mal leidend, dann sich anpirschend, singt er über „die Welt vor meiner Geburt“. Er zeigt seine ersten Platten („Vogelstimmen“ und „Winnetou und Old Shatterhand“) und erzählt von der Flucht seiner Mutter während des Krieges aus Breslau nach Hannover („Die Generation hatte noch lange Angst vorm Bunker, erfand aber gleichzeitig den Partykeller“) und seiner Zeit im „rechtsfreien Raum in Berlin Mitte“.

Nach der Pause singt und erzählt Grebe etwas ruhiger am Flügel. Erst nach der vierten Zugabe endet der mehr als dreistündige Abend – mit Erinnerungen an Hannover, wo er als kleiner Junge um den Maschsee spazierte und man sich im Eilenriedestift bei den Großeltern mit „Waren Sie heute schon draußen?“ begrüßte. „Das war Hannover“, sagt Grebe.

Auftritt heißt Arbeit – deshalb sitzt Rainald Grebe auch gern im Bürostuhl am Flügel. Foto: gesalego/Flickr



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