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Abschlusskonzert des Sommerfestivals / Galakonzert der Jungen Philharmonie Köln „im Gedenken an Japan“

Gedenkminute vor dem Konzert als ein Moment der Stille

Bennigsen. Mit einer glänzenden Orchesterleistung endete das diesjährige Sommerfestival auf dem Rittergut Bennigsen. Knapp 400 Konzertbesucher waren in die 660 Plätze fassende Konzertscheune gekommen, um an einem herrlichen Sommerabend die Junge Philharmonie Köln zu erleben.

veröffentlicht am 29.08.2011 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:21 Uhr

Autor:

Ernst August Wolf
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Das 62-köpfige Sinfonieorchester zeichnet sich zum einen durch seine Internationalität, zum anderen durch seine Jugendlichkeit aus. „Wir haben vor einem Jahr angefragt, ob wir hier spielen dürfen und haben uns über die Zusage des Herrn von Bennigsen sehr erfreut“, so Orchester-Manager Rafael Schwarzstein.

Der Intendant des Festivals, Roderic von Bennigsen, griff am Abschlussabend selbst zum Taktstock und widmete das Konzert „dem Gedenken an Japan“. Vor Konzertbeginn bat von Bennigsen die Zuhörer um einen Moment der Stille in einer Gedenkminute. „Herrliche Musik“ hatte Roderic von Bennigsen angekündigt, was das Kölner Orchester mit Mozarts „Linzer Symphonie“ vor und Brahms „Symphonie Nr. 4 op. 98 e-Moll“ nach der Pause glänzend umsetzte. Das ursprüngliche Konzertprogramm war auf zwei Werke gekürzt worden, was dem Gesamtkonzept des Abends gut tat.

„Er ist von der Musik einfach sehr inspiriert“, so einige junge Musiker in der Pause über den Dirigenten Roderic von Bennigsen. Der näherte sich den beiden Werken vor allem über deren emotionalen Gehalt und gab sich ganz der tonalen Gefühlswelt der Stücke hin. Mit breit ausladenden Gesten, rollenden Augen, kreisenden Hüften und aufstampfendem Fuß illustrierte der Dirigent den Gehalt der Stücke eher in einer amüsanten Choreografie denn einem gestaltenden Dirigat. Während sich von Bennigsen am Pult an den Rand der Trance dirigierte, bewies das Orchester unter der Führung der Konzertmeisterin Natalia Sergejewa aus St. Petersburg einen hohen Grad an Eigenständigkeit und brillierte mit einer vor allem bei Mozarts im November 1783 entstandener „Linzer Symphonie“ rundum eindrucksvollen Leistung. Herausragend die orchestrale Gestaltung des heroischen Beginns mit seiner fanfarenartigen Figur im scharf-punktierten Rhythmus, den später folgenden chromatischen Seufzern und des hochemotionalen, abschließenden Fortissimo-Akkords.

Wo die jungen Musiker im Alter von 19 bis 35 jedoch etwas Hilfe und Führung durch den Dirigenten gebraucht hätte, etwa an einigen Stellen im dritten Satz des Brahms, blieb diese aus. Am Ende war das Publikum ebenso hingerissen von den jungen Musikern wie der Dirigent, der mit der Gesamtresonanz des Festivals durchaus zufrieden sein darf.



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