weather-image
24°
In Cannes schrumpft der Glamourfaktor

Ganz großes Kino? Filmfestspiele in Zeiten der Krise

Cannes. In diesem Jahr steht der Festivalgänger am Mittelmeer und vergleicht. Schaukeln weniger Jachten als in den Vorjahren in der Bucht von Cannes? Ist auf dem Prachtboulevard La Croisette weniger Gedränge? Hängen weniger Kinoplakate als sonst an den Nobelhotels?

veröffentlicht am 14.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 04:21 Uhr

Autor:

Stefan Stosch
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gemach, gemach: 30 000 Akkreditierte, darunter 4000 Journalisten, werden in diesen Tagen in Cannes erwartet, wo am 24. Mai die Goldene Palme verliehen wird. So viele wie in den Vorjahren auch. Penélope Cruz, Gérard Depardieu, Jude Law, Rachel Weisz, Willem Dafoe, Johnny Halliday und viele andere werden die berühmten Stufen hinaufspazieren.

Für das wichtigste Filmfestival der Welt wird es allerdings nicht einfach, sich in der Krise zu behaupten. Vom angeschlossenen Filmmarkt dringt ein dunkles Grummeln. Die Millionen sitzen den globalen Rechtehändlern nicht mehr so locker. Ist das Programm so gut, dass ein kleinerer Glamourfaktor zu verkraften ist? Das Festival mit seinen 20 Wettbewerbskandidaten ist noch immer ein Seismograf für den Zustand des Weltkinos. Es dominieren die Veteranen. Allerdings die mit den klangvollsten Namen. Gleich vier Palmengewinner treten an: die Neuseeländerin Jane Campion („Das Piano“, 1993), der Brite Ken Loach („The Wind that Shakes the Barley“, 2006), der Däne Lars von Trier („Dancer in the Dark“, 2000) und der Amerikaner Quentin Tarantino („Pulp Fiction“, 1994). Dazu gesellt sich Pedro Almodóvar, der für seinen Liebesfilm „Zerrissene Umarmungen“ Penélope Cruz mitbringt.

Für Neugierige: Filme im Internet

Deutschland fehlt im Wettbewerb. Fatih Akin wurde mit „Soul Kitchen“ nicht rechtzeitig fertig. Dafür sind deutsche Schauspieler in „Das weiße Band“ des Österreichers Michael Haneke dabei, etwa Ulrich Tukur und Burghart Klaußner. Quentin Tarantinos in Potsdam gedrehtes Weltkriegsdrama „Inglorious Basterds“ dürfte nicht nur Brad Pitt nach Cannes bringen.

Und Festivalpräsident Gilles Jacob hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Alle Teilnehmer zeigen die ersten fünf Minuten ihrer Filme auch im Internet unter www.festival-cannes.com.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare