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Saisonstart mit Reinhard Langes „Frühe Arbeiten auf Papier“ im Kunstkreis

Ganz einfach und höchst komplex

Hameln. Es war Picasso, der sagte: „Jedes Kind ist Künstler. Das Problem ist nur, wie man ein Künstler bleibt, wenn man größer wird“. Kein Problem für Hamelns Kunst-Ikone Reinhard Lange. Er blieb Künstler – und durfte jetzt mit seiner Ausstellung „Frühe Arbeiten auf Papier“ die am Samstagnachmittag im übervollen Kunstkreis eröffnet wurde, einen vermutlich uneinholbaren Rekord aufgestellt haben: Es ist die fünfte Lange-Ausstellung im Rolf Flemes Haus. Und eine besonders eindrucksvolle dazu mit Arbeiten, die bislang noch nie gezeigt wurden.

veröffentlicht am 15.01.2012 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

Autor:

Richard Peter
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Als Professor Dr. Andreas Beaugrand, der auch die Einführung übernommen hat, vor vielen Jahren ein Werkverzeichnis des Künstlers vorbereitete – stand er vor wahren Bergen zunächst wenig sortierter Kunstarbeit, wie er formulierte. Die „Kunst-Berge“, so Beaugrand, wucherten über die Jahre, in denen Lange die Nachmittage und Abende konsequent arbeitete. Denn er musste malen. „Leben für die Kunst“ trifft auf diesen Künstler genauso zu wie die Beuys-Forderung „Kunst und Leben zu verbinden“. Lange gewissermaßen als eine Art selbst geschaffenes Gesamtkunstwerk – und, so Beaugrand, „ein außerordentlich liebenswerter Mensch mit all diesen Stärken und Schwächen, die sympathische Menschen so sympathisch machen“.

Ein Bescheidener dazu, der nur selten und höchst ungern über seine Arbeiten spricht, weil „seine Bilder ihre Geschichte selbst erzählen“. Originalton Lange: „Das sieht man doch!“ Er arbeitete immer für sich, wie Beaugrand sagt, nicht für die Kunst und erst recht nicht für die Szene. Ihn interessiert vor allem das Alltägliche, das Gewöhnliche – auch das Gewohnte. Banalität und Einfachheit zur Kunst erhoben, karikiert und ironisiert– ein eigener, eigenwilliger Kosmos, den Lange sich da schuf und einer, der immer biografisch blieb.

So breit gefächert im Ausdruck, im Malgestus – Lange ist immer Lange. Identifizierbar. Ob in den genialen, so faszinierenden Tierbildern mit Hühnern, die zu ihrem eigenen Begriff stilisiert sind, die Landschaften und, Bilder, die auszeichnet, dass sie sich „locker, frech, frei und wild“ wie Kinderbilder einfach der Fantasie ergeben, ihre eigene Logik besitzen, eigenständige Realitäten schaffen. Bilder voll Kraft, direkt und überdeutlich.

Fantasielandschaften, die im Konkreten wurzeln und bei aller malerischen Meisterschaft oft geradezu kindlich naiv daherkommen – und eben damit verblüffen und fesseln. Weil sie immer ganz einfach sind und doch höchst komplex. Weil man sich auf jedes Bild immer wieder neu einlassen muss.

Klaus Arnold, Kunstkreis-Vorsitzender, bezeichnete in seiner Begrüßung die Ausstellung als Höhepunkt des Jahres und erinnerte, dass die Verbindung des Künstlers zum Kunstkreis durch „Freude, Ehre und Treue“ geprägt sei. Sein besonderer Dank galt der Sparkasse Weserbergland, die als Sponsor die Ausstellung unterstützt.

Umrahmt wurde die Vernissage durch die sechsköpfige Band „Pipers Finest“, die im Kunstkreis ihr Hameln-Debüt gab und deren Sängerin dem Künstler Reinhold Lange, diesem „wunderbaren Menschen“, einen schwedischen Song widmete: „Ich will fühlen, dass ich lebe“.

Reinhard Langes „Frühe Arbeiten auf Papier“ sind bis 25. März mittwochs bis Sonntag jeweils von 10 bis 13 Uhr und Mittwoch und Donnerstag auch von 15 bis 17 Uhr zu sehen.



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