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Virtuose Geigenmusik in Club-Atmosphäre

Ganz andere Saiten

HAMELN. Was man nicht kennt, das hört man sich nicht an! Diesen Leitsatz haben viele Hamelner beim Konzert der Rockgeigerin Ally Storch – Ally the Fiddle – beherzigt. So fand ein erstklassiges Konzert mit professionellen Musikern eher in Clubatmosphäre statt. Die rund 70 Zuhörer kamen jedoch voll auf ihre Kosten.

veröffentlicht am 02.09.2018 um 19:58 Uhr

Ally Storch – Ally the Fiddle – in Aktion. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Bereits die Openerband Canterra mit Frontfrau und Sängerin Korinna König heizte mit eigenen Songs zwischen Gothic Metal und Dark Rock dem Publikum mächtig ein. Hart, heftig, laut und dennoch melodiös. Nicht fehlen durften dabei Headbangs wie beim Song „Come with me“, die vor allem mit den langen Haaren von Korinna eindrucksvoll wirkten. Aber auch im Publikum flogen die Mähnen und so war es nicht verwunderlich, dass in der Umbaupause anerkennene Sätze wie „Die Musik war echt Porno“ fielen. Ja, die Sprache war dem Musikstil angepasst. Das Highlight des Abends war natürlich die eigentlich klassisch studierte Geigerin Ally Storch mit ihrer ungewöhnlichen sechssaitigen Geige, die mit ihrem Solo Projekt „Ally the Fiddle“ eigene Pfade abseits ihrer sonstigen Auftritte als Geigerin – unter anderem bei Subway to Sally – beschreitet. Ihr Spektrum reicht dabei von Progessiv-Rock bis Metal. Dass die Sumpfblume an diesem Abend nicht ausgebucht war, störte sie nicht: „Wir machen halt keine Partymusik, die Stimmung im Publikum ist uns wichtiger. Und die war heute Abend klasse“, erzählt sie im Dewezet-Gespräch.

Ja, das war sie wirklich. Nicht allein, weil Ally mit ihren fast bis zu den Füßen reichenden Haaren beim Headbanging noch eins draufsetzt, sondern wegen der vielen klanglich eigenständigen und virtuos vorgetragenen Songs aus der neuen CD „UP“, die Mitte September in den Handel kommt. Die Hamelner Zuhörer konnten vorab schon einmal live hören, dass nicht nur Ally, sondern auch ihre Band zur ersten Liga gehört. Gitarrist Robert Klawonn zauberte Gitarrensoli, deren Geschwindigkeit mit den Augen und Ohren kaum zu erfassen war. Peter aus Hameln, ein Kenner dieses Genres, meinte begeistert: „Der Robert ist ein echter Schredder“. Virtuos auch Rouven Paul Haiti mit seinem Chapman Stick, einem elektrischen, zehnsaitigen Instrument, das mittels Tapping gespielt wird. „Die unteren Lagen klingen wie ein Bass, die höheren eher wie ein Cembalo“, sagt der Musiker, der bei „Pagan Poetry“ im Duett mit Ally die Klangvielfalt seines Instruments unter Beweis stellte. Vielleicht war die Musik an diesem Abend nicht jedermanns Sache, aber an den Gesichtern des Publikums konnte man am Schluss erkennen: „Für uns hat sich dieser Abend mit seiner besonderen Musik absolut gelohnt“.



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