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Wie eine Naturgewalt und gegen den Wind gestemmt: Mia rauschen laut und bunt durchs ausverkaufte Capitol

Gänsehaut und Wasserschaden nach La-Ola-Welle

Hannover. Manche Katzen haben Angst vor Wind. Aber nicht Mieze. Forsch stolziert die hellblondierte Sängerin am Freitagabend auf die Ventilatoren am Bühnenrand zu. Im lauen Lüftchen singt sie „Sturm“. Ihre blauen Stoffschals flattern und rappeln wie Fahnen an der See. „Ich stemme mich gegen den Wind“, singt sie. „Und nur nach vorn. Nie zurück.“

veröffentlicht am 11.11.2012 um 14:42 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Das ist Marschrichtung: nach vorn. Aus Richtung Neue Deutsche Welle kommend, wandert die Berliner Band Mia seit mehr als zehn Jahren durch den Musikwald. Mit Erfolg. Und mit englischen und deutschen Songs, meist mit viel Gitarre und noch mehr Synthesizer, gern mit ein bisschen Xylophon, auch Saxofon, an diesem Abend sogar mit Roxy-Music-Zitat.

Während Mia mit „Stille Post“ 2004 noch Politik machten und sich mit „Zirkus“ 2006 kristallklaren Popsongs zuwandten, ist die neue Platte „Tacheles“ ein musikalischer Selbstfindungstrip: zuweilen etwas sperrig und keyboardschwanger.

Um diese Mischung live in Zuckerwatte zu packen, braucht es nicht viel. Schließlich ist Mieze eine agile Rampenkatze, die wirbelt und hüpft und sich herzlich dabei freut. Sie schwingt sich zur Zirkusartistik in einen Reifen. Sie lenkt am leuchtenden Steuerrad. Sie schlüpft in ein großes rotes Paillettenherz. Sie schießt mit Seifenblasen, wechselt das Kostüm. Sie spritzt mit Wasserpistolen, wechselt das Kostüm. Sie spielt Luftgitarre, wechselt das Kostüm. Die Show beschert nicht nur Mieze, die für Übermut plädiert, einen „wunder-wunder-wunderschönen Abend“.

Das ist unterhaltsam. Und es lenkt davon ab, dass die Songauswahl nicht die beste ist und Lieder wie „Floß“ oder „Immer wieder“ gerade noch an Rosenstolz-Niveau vorbeischrammen.

Nach zwei Stunden braust der Beifall unendlich. Die Musiker lassen eine La-Ola-Welle durchs Capitol rollen. Tränen der Rührung bewässern die Wangen der Sängerin. „Gänsehaut“, sagt sie. „Und Überschwemmung. Überschwemmung.“



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