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Ein Genuss

Furioser Ausklang eines Meisterkurses im Pyrmonter Salon

BAD PYRMONT. Mit einigen faustdicken Überraschungen war das Abschlusskonzert des französisch-ukrainischen Star-Violinisten Alexandre Brussilovsky gespickt, denn wer einen hochklassigen aber braven Schlusspunkt nach seinem mehrtägigen Meisterkurs erwartet hatte, wunderte sich doch sehr. Im Hause des Pyrmonter Salons erlebte das Publikum einen vielschichtigen und virtuosen Musikgenuss, adäquat dem Musikbad Pyrmont. Dabei ließ der gefeierte Weltstar zwei ebenso großen Künstlerinnen und einem aufgehenden Stern am Violinhimmel Raum und bestach einerseits durch seine hochgradig empathische und technische Interpretation wie andererseits durch brillante Spieltechnik.

veröffentlicht am 27.02.2017 um 08:43 Uhr

Ein Traum: Star-Violinisten Alexandre Brussilovsky und der 17-jährige Toma Bervetsky. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Im Mittelpunkt des Programms stand vor allem der Violinist und Komponist Adolf Busch, der sogar von 1909 bis 1912 in diesem Haus des Pyrmonter Salons lebte. Zu dessen Würdigung enthüllten Alexandre Brussilovsky und Hausherrin Luisa Islam-Ali-Zade in der Pause eine Gedenktafel an der Fassade, nachdem Adolf Busch mit „3 Liedern für Singstimme, Viola und Klavier op. 3a“ bereits präsent gewesen war. Brussilovsky an der Bratsche, diesem Instrument ungeheuer sensibel eine riesige klangliche Bandbreite entlockend, am Flügel Sachie Furuya-Mallet, die als Solokorrepetitorin am Landestheater Detmold wirkt, und, gesanglich mit geballter Emotion, Wucht aber auch berührender Zartheit die Mezzosopranistin Luisa Islam-Ali-Zade. Ebenfalls von Adolf Busch das „Capriccio für Violine und Klavier, BoO 11“, bei dem Brussilovsky zu seiner aus dem Jahr 1748 stammenden Gagliano-Violine griff und sich als Duettpartner den gerade erst 17-jährigen Toma Bervetsky auf die Bühne holte. Dieser Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ im Jahr 2016 und Schüler von Brussilovsky wird wohl in Kürze in allen bedeutenden Konzertsälen der Welt zu hören sein. Beeindruckend die Intensität, mit der die Violinisten verschmolzen, doch wahre Begeisterung löste sein folgender Soloauftritt aus, Nathan Milsteins „Paganiniana“. Dieses auf dem „Capriccio Nr. 24“ von Nicoló Paganini basierende Stück, gespielt auf einer aus dem Jahr 1894 stammenden Violine eines tschechischen Meisters, war durchsetzt von hochgradigen interpretativen Anforderungen, schwierigen Grifftechniken und sprunghaften Wechseln.

Mit zwei Arien, von Wolfgang Amadeus Mozart aus „Il re pastore“ und aus „Norma“ von Vincenzo Bellini, erreichte Luisa Islam-Ali-Zade, begleitet von Alexandre Brussilovsky und Sachie Furuya-Mallet einen strahlenden Höhepunkt des Abends, bevor Brussilovsky und Toma Bervetsky mit „5 Duetten für 2 Violinen aus op. 49“ von Reinhold Moritzewitsch Glière einen fulminanten und formidablen Schlusspunkt setzten. Mit diesem Weltklassekonzert bewies der Pyrmonter Salon wieder einmal seine außergewöhnliche Qualität in der Auswahl seiner Künstler und seines Programms.



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