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Schauspielerin und Menschenrechtlerin Vanessa Redgrave wird 80

Für eine bessere Welt

LONDON. Sie gilt als eine der besten lebenden Schauspielerinnen. Wenn die Oscar-Preisträgerin nicht gerade Lob für ihre außerordentlichen Talente auf Bühne oder Leinwand einheimst, schlägt sie mit ihrem revolutionären Eifer und ihrem Einsatz für Flüchtlinge, Palästinenser und andere hochpolitischen Themen Wellen. Nun wird sie 80

veröffentlicht am 24.01.2017 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 26.01.2017 um 15:06 Uhr

Immer noch aktiv als Schauspielerin und Menscherechtlerin – Vanessa Redgrave. Foto: Rolf Haid/dpa

Autor:

Uli Hesse
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Kornblumenblaue Augen, das edle Gesicht, die silbernen Haare zurückgebunden, dazu ihre präzise Stimme, die durchs Rauchen tiefer geworden ist. Vanessa Redgrave, die Matriarchin des Schauspielclans, ist eindrucksvoll wie eh und je. Seit drei Generationen stehen die Redgraves im Rampenlicht von Theater, Kino und Fernsehen, und Vanessas Geburt wird natürlich von der Bühne verkündet: „Heute Abend ist eine große Schauspielerin geboren“, gibt Schauspiellegende Laurence Olivier 1937 unter tosendem Applaus bekannt. Am Montag, 30. Januar, feiert sie nun ihren 80. Geburtstag.

Die Britin ist das Sexsymbol der Intellektuellen in den Swinging Sixties – unvergessen in Antonionis „Blow Up“. Mit klassischen Shakespeare-Interpretationen wie der Rosalind in „Wie Es Euch Gefällt“ und so herausfordernden Rollen wie der einer transsexuellen Tennisspielerin in „Second Serve“ spielt sie sich in den Schauspielhimmel. Aber im Grunde treibt sie nur eins: „Es ist Aufgabe aller, zu tun was sie können, um eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Ich bin während des Zweiten Weltkriegs aufgewachsen, deshalb ist das mein Standpunkt.“ Redgrave hat zwei Seiten: zum einen der internationale Star, zum anderen die leicht humorlose, ans fanatische grenzende Menschenrechtlerin. Sie setzt sich für ihre Überzeugung ein, egal ob es ihrer Karriere schadet oder nicht, spendet einen Großteil ihrer Gagen für politische Zwecke und lebt daher bis heute relativ bescheiden im Südwesten Londons.

Kein Wunder, dass sie die Oscar-Verleihung 1978 als Plattform nutzt und eine der berüchtigtsten Akzeptanzreden hält. Dreimal war sie schon nominiert worden; mit der Rolle als Nazi-Widerstandskämpferin Julia im gleichnamigen Film klappt es endlich. Und natürlich ist sie auch nach einem Herzinfarkt wieder auf die Bühne zurückgekehrt. Zuletzt spielte sie die rachedurstige Queen Margaret in Shakespeares „Richard III.“ Sie bereut nichts: „Ich bin praktisch am Ende meines Lebens, also ist es gut, dass ich immer noch etwas tun muss, um zu helfen, so winzig es auch ist.“



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