weather-image

Frischer Wind in der deutschen Elektroszene

"Gecko Sector", bereits 2007 von Gerrit Thomas und Stefan Winkel gegründet, hat jetzt die Debüt-CD "Enter" vorgelegt. In den Songs geht es um Liebe, Sehnsucht, innere Zerrissenheit, aber auch um soziale Gesichtspunkte, wie Cord Wilhelm Kiel in seiner Besprechung schreibt. und ein spannendes Hörerlebnis verspricht.

veröffentlicht am 13.07.2012 um 12:30 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:21 Uhr

kultur
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Cord Wilhelm Kiel

Hameln. „New sideproject from Gerrit Thomas (funker vogt)“ steht unübersehbar auf dem Cover der ersten CD von Gecko Sector, die europaweit beim Label „Out of Line“ erschienen ist. Ungeachtet des holprigen bzw. sogar leicht falschen Englisch fragt sich der Hörer von „Enter“: „Warum?“ Denn zum einen sieht die Werbung auf dem ansonsten grafisch sehr schönen Cover einfach peinlich aus. Zum anderen spricht die Musik von Gecko Sector für sich selbst und braucht Vergleiche mit anderen Bands aus dem EBM-/Elektro-Genre gar nicht zu scheuen.
 In der Tat ist Gecko Sector ein neues Bandprojekt von Gerrit Thomas, dem in Szenekreisen inzwischen Kultstatus genießenden Produzenten aus Hameln, dessen Hauptband „funker vogt“ seit über 15 Jahren nicht nur deutschland- sondern sogar weltweit erfolgreich ist. Funker Vogt spielen regelmäßig auf großen Independent-Festivals wie dem „Mera Luna“ oder dem „WGT“ und haben u.a. schon mehrere USA-Tourneen unternommen. Da die Fans von Funker Vogt aber eine bestimmte Stilrichtung – und nur diese! – erwarten (harter, treibender EBM mit kritischen Texten über Kriege, Gewalt und Unterdrückung), kann sich der musikalische Mastermind bei Gecko Sector von seiner melodischen Seite zeigen.
 Gecko Sector wurde bereits 2007 von Gerrit Thomas und Stefan Winkel gegründet. Der Name ist eine Anspielung auf die Verbindung des organischen, düsteren Teils, der sich in der stimmlichen, textlichen Umsetzung ausdrückt („Gecko“ als Geschöpf der Nacht) und der eher technischen musikalischen Komponente („Sector“ als Teil einer Festplatte). Für Stefan Winkel hat sich mit dieser Band der Traum verwirklicht, selbst als Frontmann einer Elektro-Band aktiv zu werden. Er war bis dato hauptsächlich als DJ bekannt – oder als Szene-Kenner und gern gesehener Gast bei Konzerten, Festivals und Szenepartys. Die Begeisterung für elektronische Musik hat Winkel und Thomas eher zufällig zusammengeführt. Man merkte jedoch schnell, dass man musikalisch auf einer Wellenlinie war – der Entschluss lag nahe, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen. Es war klar, dass Thomas für Instrumentalisierung und Produktion und Winkel für die Texte sowie den Gesang zuständig sein würde.
 Nachdem Gecko Sector bereits auf der Bühne begeistern konnten, stellt dieses Debüt-CD den nächsten logischen Schritt dar. Die Songs auf „Enter“ drehen sich um sehr verschiedene Themen. Liebe, Sehnsucht, innere Zerrissenheit, aber auch sozialkritische Gesichtspunkte werden angesprochen. Vor allem in diesem Bereich zeigt sich, dass Winkel und Thomas bei Gecko Sector mehr Freiräume haben, als dies im vergleichsweise starren Korsett von Funker Vogt möglich wäre. Die klangliche Umsetzung reicht von technolastigen Dancefloor-Nummern über melancholische Midtempostücke bis zu tieftraurig schönen Balladen. Vor allem letztere sind die Stärke dieser Band und machen „Enter“ zu einem spannenden Hörerlebnis. Die elektronische Musik wird mit „Enter“ zwar nicht neu erfunden, aber die Verwendung von ausschließlich elektronischen und virtuell erzeugten Instrumenten kreiert auf diesem Album eine düster-melancholische Atmosphäre, die zu den meist sentimentalen, anklagenden oder aufrüttelnden Lyrics passt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt