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Pago Balke singt Chansons von Georg Kreisler im TAB

Freundliches Ferngespräch

Hameln. Einen Kleiderständer hat Pago Balke in die Heimat mitgebracht. Ein Frack hängt daran. Ein pensionierter Fotoapparat. Eine grüne Regenjacke. Ein weißes Hemd. Ein alter Hut. Umziehen wird er sich mehrmals am „Blauen Montag“ im Theater Hameln. Hemd aus, Frack an. Kapuze auf, Hut ab. Und er wird singen. „Ich fühl mich nicht zu Hause, zu Hause, zu Hause“ zum Beispiel. Doch das scheint sich an diesem Georg-Kreisler-Liederabend nicht nur auf Georg Kreisler zu beziehen.

veröffentlicht am 01.11.2011 um 14:16 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Weit weg wirkt der Sänger und Schauspieler. Seine Begrüßung: ein höfliches Pralinenverteilen an die Zuschauer. Sein Programm: ausgewählte Lieder von Georg Kreisler, sehr spannend arrangiert und einfühlsam dargeboten. Sein Abschied: eine Moderation, die – wäre sie zwei Stunden früher geschehen – eine unnötig aufgebaute Distanz hätte wegwischen können. So aber bleibt die Atmosphäre im TAB fremdelnd.

Zurückhaltend und mit weicher Stimme interpretiert Balke Kreislers Chansons. Wie ein routinierter Langstreckenläufer singt er sich durch seine eigene CD, ergänzt Lieder, spricht Texte.

„Was willst du noch mehr?“ mit tänzelnder Klavierantwort und hupendem Saxofon gelingt wunderbar. „Die Hexe“ lässt das Saxofon brummen und blöken, wozu Balke spricht-singt-fabuliert. Vor und nach den generalüberholten Songs: weiterimprovisierte Melodien, die Jazz-Standards nahekommen. Peter Dahm und Henning Schmiedt untermalen und überstreichen die Kreisler-Werke gekonnt. Ihre Beiwerke klingen heiter – und erinnern an Bäume, die im Wind ihr farbiges Herbstkleid schütteln. Melancholie inklusive. Lied für Lied geht ineinander über. Platz für Kommentare des Sängers bleibt kaum. Aber viel Raum für eine jazzige Sicht auf Kreislers Schätzchen.

Zuletzt: der Hit „Tauben vergiften im Park“. Und „Eine kleine Gutenachtmusik“ mit herrlich zynischer Publikumsstudie zu Mozarts Melodie. Dann geht es nach Hause.

Henning Schmiedt (Pianist), Pago Balke und Peter

Dahm (Saxofon). Foto: are



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