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„Indien“ im Schauspiel-Hof

Freunde fürs Sterben

HANNOVER. Der Gasthof ist aufgeschnitten und liegt gekippt auf der Seite. Als wäre ihm schlecht. Man kann die Bühne im Hof des Schauspiels sehen. Der Gasthof ist die Bühne von „Indien“, einem Stück der österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer.

veröffentlicht am 09.08.2017 um 16:37 Uhr
aktualisiert am 09.08.2017 um 17:13 Uhr

Schauspiel Dramaturgie. Gespräch mit Günther Harder und Janko Kalhe, den Schauspielern von „Indien“. Foto: pr

Autor:

Ronald Meyer-Arlt
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Der Stoff war ein Theaterstück, 1993 erschien er als Film. Hader und Dorfer haben am Drehbuch mitgewirkt, Paul Harather führte Regie. Der Film war nicht nur an der Kinokasse sehr erfolgreich. Er erhielt auch den Max-Ophüls-Preis und den Österreichischen Filmpreis. Jetzt kommt „Indien“ wieder auf die Bühne. Intendant Lars-Ole Walburg inszeniert das Stück als Sommertheater für den Innenhof des Schauspiels. Am Freitag, 11. August, ist Premiere. Am Donnerstag gibt es eine Preview.

„Indien“ ist die Geschichte einer merkwürdigen Männerfreundschaft. Kurt Fellner und Heinz Bösel reisen als Gastroinspektoren durch die Provinz. Sie sind Testesser und kontrollieren Gasthöfe – Schnitzel, Bratkartoffeln, Bier. Fellner redet viel und träumt von Indien, Bösel wirkt bodenständig, stur und traurig. Beide haben Probleme mit Frauen, beide leiden am Älterwerden. Und dann wird Fellner krank. Günther Harder spielt Kurt Fellner, Janko Kahle spielt Heinz Bösel.

„Man kann in den Figuren auch etwas von sich selbst entdecken“, sagt Janko Kahle. „Es ist ein Stück über Ängste. Es geht ums Altwerden, um Einsamkeit, um Krankheit.“ Trotzdem ist es eine Komödie. Und zwar eine ziemlich gute. „Wir haben bei den Proben wahnsinnig viel Spaß“, sagt Günther Harder, „wir haben es mit tollen Figuren und tollen Dialogen zu tun. Es ist ein richtiges Geschenk, das Stück spielen zu dürfen.“

Wobei das mit der Komik so einfach nun auch wieder nicht ist. Janko Kahle klärt auf: „Zuerst ist es mehr komisch und nur ein bisschen tragisch, später ist es eher tragisch und dadurch wiederum komisch.“ Günther Harder ergänzt: „Die Figuren jedenfalls lachen bis zum Schluss – und wir auch.“

Beide Schauspieler (die zusammen mit Frank Wiegard auf der Bühne stehen werden, der die verschiedenen Wirte spielen wird) sprechen immer wieder von dem Sog, der von dem Stück ausgeht. Der wiederum kann etwas mit dem „Stoischen, Kaurismäkihaften“ (Günther Harder) zu tun haben, das dem Stück eigen ist. Oder auch mit der Geschichte einer langsam wachsenden Freundschaft zwischen zwei ganz unterschiedlichen Männern.

Mit welchen inszenatorischen Ideen Intendant Lars-Ole Walburg das Stück angegangen ist, wollen die beiden Hauptdarsteller nicht verraten. Nur so viel: Dieses Sommertheater im Hof wird ein bisschen anders als seine Vorgängerproduktionen „Il mondo facile del Signor Fellini“ oder „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Denn „Indien“ soll nicht nur lustig und leicht werden, sondern auch böse und düster. Und anders als früher wird es nur eine Bühne geben.

Aber eines bleibt gleich: Das Sommertheater soll auch ein kulinarisches Erlebnis werden. Passend zum Stück gibt es Bier, Frikadellen und Schnitzel. Passend zum Publikum wird auch vegetarische Kartoffelpfanne angeboten.

„Indien“ wird täglich außer montags bis 27. August im Hof des Schauspiels gezeigt. Die Premiere am Freitag, 11. August, ist bereits ausverkauft.



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