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Facettenreich: Die durch den Hip-Hop gehen

Hameln. Tanztheater "Schöner Wohnen" mit der HipHop Academy Hamburg lockte am Sonnabend ein bunt gemischtes Publikum ins Theater Hameln. Julia Marre und Robert Michalla haben ihre Eindrücke von der Kennenlern-Show alphabetisch von A wie Adidas bis Z wie Zimmer zusammengefasst.

veröffentlicht am 29.01.2012 um 15:36 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

kultur
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Von Julia Marre
und Robert Michalla

Hameln. Karton auf, Kopfhörer raus, Musik an. Hip-Hop ist mehr als tief hängende Hosen und hoch aufgesetzte Baseball-Caps. Hip-Hop ist facettenreich. Wie facettenreich, das zeigt die Hamburger Hip-Hop-Academy am Samstag im Theater Hameln. „Schöner Wohnen“ heißt die Kennenlern-Show für Hip-Hop-Einsteiger. Dem bunt gemischten Publikum im gut besuchten Saal gefällt’s. Das Tanztheaterstück von A bis Z.

Adidas: Ist wie Nike eine Kultmarke für Hip-Hopper (siehe Hip-Hop); wird am meisten zelebriert in Form von Sneakers, also Turnschuhen.

Beatboxing: Das Nachahmen von Musik mithilfe des Mundes und des Mikrofons beherrscht Guido Höper perfekt.

Choreografie: ist hier nicht immer synchron, aber schön anzusehen.

Darsteller: Can Gülec, Franklyn Kakyire, Emefa Egblomassé, Daniel Marques Barbosa, Guido Höper, Stefan Schönfeldt, Cem Arslan und Tobias Blanck können besser rappen, beatboxen und tanzen als schauspielern.

Electric Boogie: In weißen Anzügen und mit Wasserkanistern auf dem Kopf tanzt das Quartett einen schlafwandlerischen Astronauten-Spaziergang in dieser Hip-Hop-Tanzrichtung.

Flow: Zusammenspiel von Stimme, Melodie, Text und Aussprache des Rappers (siehe Rap); Cem Arslan hat mehr davon als Tobias Blanck.

Grundkurs: „Schöner Wohnen“ ist ein solides Einmaleins für Hip-Hop-Einsteiger. Kenner dürften während der 90-minütigen Show manchmal Däumchen drehen.

Hip-Hop: Urbane Jugendkultur, die hier in den Kategorien Rap, Beatboxing, Tanz und Graffiti – in Form von Kartonmalerei – vorgestellt wird (siehe Grundkurs).

Inhalt: In eine Rahmenhandlung wird das Stück gepresst – es geht um den Einzug Jugendlicher in ihre erste eigene Wohnung, die sich nicht als Paradies entpuppt. Leider endet das Stück allzu abrupt.

James Brown: Songs des Funksängers wie „Sex Machine“ eröffnen das Stück. Später gibt es Lieder von Cypress Hill, Kris Kross und den Beastie Boys. Die Musikauswahl ist vielseitig: Neben Rap gibt es Breakbeats sowie Funk und Soul der 1970er Jahre.

Kartons: Dienen als Bühnenbild und Projektionsfläche sowie als Aufbewahrung für Requisiten (siehe Pulli).

Loop Station: Elektronisches Gerät, mit dem sich Musikschnipsel, sogenannte Samples, aufnehmen und abspielen lassen – damit baut Guido Höper erstaunliche Songs zusammen (siehe Beatboxing).

Musicalkrankheit: Daran, dass Handlung und Tanzszenen holprig ineinander übergehen, leidet dieses Stück hin und wieder.

New Style: Durchchoreografierte Weiterentwicklung des ursprünglichen Breakdances, gekennzeichnet durch rhythmischen Studiotanz. In diesem Stil tanzt auch die Kompagnie; der New Style hat wenig gemein mit wilden Tanzschritten und Drehungen auf dem Kopf.

Ooooooh: Kollektives Bedauern des Publikums am Ende der Aufführung; Zugaben gab’s nicht.

Pulli: Nach seinem Polyester-Ungetüm sucht Tänzer Can Gülec. Der Pulli stammt aus den USA, dem Mutterland des Hip-Hops.

Quartett: Als solches treten Can Gülec, Franklyn Kakyire, Emefa Egblomassé und Daniel Marques Barbosa auf. Sie zeigen unterschiedliche Hip-Hop-Tanzstile (siehe New Style) auf unterschiedlichem Niveau: Can Gülec und Franklyn Kakyire ernten den lautesten Applaus.

Rap: Sprechgesang und Kernelement des Hip-Hops. Cem Arslan und Tobias Blanck treiben damit die Handlung voran. Das ist funktional, aber selten virtuos.

Storm: Niels „Storm“ Robitzky ist Choreograf des Stückes und Trainer an der Hip-Hop-Academy. Außerdem ist er einer der bekanntesten deutschen Breakdancer und mehrfacher Weltmeister.

Tanztheater: „Schöner Wohnen“ beinhaltet zu wenig davon, dafür gibt es viele erzählende Sequenzen.

Unterhaltungsfaktor: Ist dank der Darsteller und der Musik (siehe James Brown) groß.

Videoprojektionen: Per Beamer werden Filmchen aufs Bühnenbild (siehe Kartons) projiziert. Schöne Idee. Besonders dann, wenn die Tänzer mit ihrem Ebenbild um die Wette tanzen.

Wettkampf: Battle, Kräftemessen zwischen Tänzern oder Rappern.

Zimmer: Mit Umzugskisten (siehe Kartons) arrangiertes Bühnenbild.



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