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Extremsport mit ein paar Paarhufern und tausend Füßen: Guillaume Bruère zeigt seine Bilder im Marta Herford

Sein Atelier sei "ein Schlachtfeld", sagt der Künstler Guillaume Bruére. Dessen Tür verschließt er, wenn er mit dem Arbeiten beginnt. "Das musst du jetzt durchziehen, sonst kommst du nicht raus", sagt er sich dann – und malt. Was dabei herauskommt, zeigt das Marta Herford ab Sonntag in einer sehr sehenswerten Schau, die Julia Marre schon gesehen hat.

veröffentlicht am 24.08.2012 um 12:48 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Als wäre er ein Kopist auf Zeitreise, setzt sich der 1976 im französischen Châtellerault geborene Künstler in die altehrwürdigen Ausstellungshäuser – und zeichnet, zeichnet, zeichnet. Was dort entsteht, sind nur selten Einzelbilder. Denn, wie Bruère nicht ohne ein Augenzwinkern gesteht: „Alles, was ich anfange, wird schnell zur Serie.“ Es klingt, als sei diese Produktionswut, die das Schaffen des in Berliner lebenden Künstlers kennzeichnet, ein unbeabsichtigter Zufall. Als könne „GIOM“, wie er seine Bilder signiert, einfach nicht anders. „Tausendfüßler“ heißt daher seine Ausstellung.  200 Arbeiten malt der Künstler in drei Monaten. Seine Bilder sind einmalig. Das war schon an der Kunsthochschule so: Gillaume Bruères Werke stachen aus denen aller Schüler hervor. Stillsitzen und Muße sind nicht seine Sache. Seine Kunst betreibt er wie einen Extremsport – energisch, kraftvoll, schnell. „Vibrierende Linienführung“ nennt Marta-Direktor Roland Nachtigäller das, was auf dem Papier wie ein Zucken aussieht. Seine Kommilitonen scherzten damals über den zittrigen Stil des Zeichners: „Bruére kann nur gerade Linien zeichnen, wenn er auf der schleudernden Waschmaschine sitzt“, sei ein Kommentar gewesen, erinnert sich der Künstler.

 

Lesen Sie mehr über den Künstler und seine Bilder auf der Kulturseite der Samstagsausgabe.


- Gillaume Bruères Ausstellung „Tausendfüßler“ mit 180 Zeichnungen und Skulpturen ist vom 26. August bis 4. November im Marta Herford, Goebenstraße 2-10, zu sehen.Am Sonntag, 26. August, eröffnet Guillaume Bruère die Ausstellung mit einer waghalsigen Performance um 11.30 Uhr.

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