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Denz knipst Dende

Ex-Rintelner liefert Cover für neues Dendemann-Album

RINTELN/BERLIN. Sebastian Denz aus Rinteln und Rap-Musiker Dendemann haben etwas gemeinsam. Ein Album-Cover. Das Foto, das das Cover von Dendemanns neuem und auf Platz 1 gechartetem Album „da nich für!“ ziert, hat Fotograf Sebastian Denz geschossen. Und das Album-Cover ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden.

veröffentlicht am 01.03.2019 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 05.03.2019 um 19:06 Uhr

Das Coverfoto von Dendemanns Album „da nich für!“ hat der Fotograf Sebastian Denz geschossen. Foto: Sebastian Denz /Universal Music
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Edgar Walthert, Typografie- und Grafik-Designer, kannte beide, Denz und Dendemann, schon bevor sie einander kennenlernten. Er stellte zwei Gemeinsamkeiten zwischen ihnen fest: Beide hätten einen Skateboard-Hintergrund und einen Hang zum Perfektionismus, schreibt Walthert, der das Cover-Artwork und Booklet von „da nich für!“ gestaltet hat, auf der Internetseite fontsinuse.com. Als die Idee für eine 3D-Gestaltung des neuen Dendemann-Albums im Raum stand, habe Walthert Dendemann mit Denz bekanntgemacht.

Das erste Treffen liege schon ein paar Jahre zurück, erzählt Sebastian Denz im Telefongespräch mit der Dewezet. Der 44-jährige Professor lebt seit acht Jahren in Berlin, lehrt Fotografie an der „design akademie berlin“. Mit Rinteln verbindet ihn bis heute seine Familie und Freunde – und der Skate-Park, den er 1997 ins Leben rief und erst vor wenigen Jahren sogar noch einmal ausbaute. Vor kurzem wurde er Vater.

Dendemann, ebenfalls 44, setzte zunächst mit seiner Zwei-Mann-Crew „Eins Zwo“ in den späten 90er Jahren neue Maßstäbe als Rapper und lieferte im Januar mit „da nich für!“ sein nunmehr drittes Soloalbum ab. Zuvor trat er wöchentlich mit seiner Band „Die Freie Radikale“ in der ZDF-neo-Sendung „Neo Magazin Royale“ von Satiriker Jan Böhmermann auf.

2 Bilder
Sebastian Denz /Universal Music

Als sich Dendemann und Denz schließlich in der Berliner Wohnung des Ex-Rintelners erstmals trafen, sei der Rapper längst mit seinem Skateboard-Projekt des Fotografen vertraut gewesen, erzählt Denz, einem Buch, das aus seiner international präsentierten Sonderausstellung, „New York – Rinteln – Tokyo“, mit 3D-Fotografien von Skater-Motiven hervorging, die unter anderem im Möllenbecker Wald von Rinteln aufgenommen wurden. Sie hätten zunächst viel über das noch im Entstehen begriffene Album gesprochen und dann gemeinsam das Motiv für das Albumcover entwickelt, erzählt Denz. „Zuerst haben wir verschiedene Looks probiert, aber am Ende uns für was ganz Simples entschieden, weil die Stoßrichtung des Albums einerseits modern ausgerichtet ist, und andererseits back to the roots, mit viel Analogem und handwerkbasierter Arbeit“, schildert Denz. „Daher sollte auch das Cover Dende ohne viel Beiwerk zeigen, auch um was Zeitloses reinzukriegen.“

Bei dem dann 2018 in Berlin erfolgten Shooting mit einer speziellen Gilde-Kamera, einer Zyklop-2, ist ein schlicht gehaltenes 3D-Bild herausgekommen, das Dendemann sehr natürlich, ja, verletzlich zeigt. Und Gilde-Kamera, klar, weil kein Geringerer als der Rintelner Augenarzt Dr. Kurt Gilde, die Kamera konstruiert hat. Der Vinyl-Pressung und einer Special Edition des von der Fachwelt gefeierten Albums „da nich für!“ liege auch eine 3D-Brille bei, um das Cover-Artwork auch auskosten und somit würdigen zu können.

Eine weitere Gemeinsamkeit von Dende und Denz ist Hip-Hop. Denn auch Denz mag und hört viel Rap, wie er im Dewezet-Gespräch sagt. Auch das neue Dendemann-Album gefalle ihm sehr. Ob er in „Wo ich wech bin“, einem Song über das Aufwachsen in der Provinz, ein Stück weit Rinteln wiedererkenne? „Ja“, sagt Denz. Es sei sogar sein Lieblingslied auf „da nich für!“. „Player-Hater werden Hater sein / Zieh die Hose hoch, du Skater-Schwein“, rappt Dendemann da. „Im Kopf und im Herz bin ich oft wieder hier / Du kriegst mich aus dem Dorf, doch das Dorf nich‘ aus mir.“

Das gilt wohl auch für Sebastian Denz. Und wenn er in Rinteln zu Besuch ist, dann ist er mit seinem Skateboard auch immer mal im Skate-Park zu sehen.



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