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Bewegte Wellen – belebte Bilder: Was Keramik kann, zeigen Juliane Herden und Frank Schillo in der Galerie Faita

Experimentierlust und formschöne Objekte

Hameln. „Töpfern ist sexy“, zitiert Galeristin Margret Faita in ihrer Eröffnungsrede das Kunstmagazin „art“. Dass dem wirklich so ist, zeigen die beiden Keramik-Künstler Juliane Herden und Frank Schillo in einer Doppelausstellung in der Keramik-Galerie Faita.

veröffentlicht am 05.03.2012 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Nadja Bähr
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Frank Schillo, der vor elf Jahren schon einmal in Hameln ausgestellt hat, besticht mit unverwechselbaren, klar gegliederten Formen. „Skulpturen mit und ohne Funktion“ nennt der Künstler seine formschönen, massiv wirkenden Objekte, denen er durch Segmentierungen oder Durchlässe die Schwere nimmt. Licht und Schatten spielen auf den Oberflächen, die zwischen rau und glatt-glänzend den Besucher immer wieder zum Berühren verführen. Der 1971 geborene Frank Schillo erlernte zunächst das Handwerk des Scheibentöpfers, bevor er in Koblenz studierte. „Ich habe auf der Töpferscheibe angefangen, daraus hat sich alles entwickelt“, sagt Schillo. Die sichtbaren Drehrillen, Wellenformen und lebendigen Biegungen seiner Plastiken zeugen noch davon. Arbeiten wie „Das Auge“ oder „Dreiviertel“ sind „Formuntersuchungen“. Die bewegten Segmentierungen und Naturformen seiner Objekte plant er zunächst auf Papier. „Dann sehe ich, wie weit ich mit dem Material gehen kann. Das ist immer wieder eine Herausforderung“, erklärt der Künstler.

Juliane Herden bezeichnet ihre Arbeiten als „im Grenzbereich zwischen Objekt, Gefäß und Malerei“. Bei ihr wird die Vase zum Bildträger und lässt das Gemalte durch Dreidimensionalität lebendig werden. Die Bildhaftigkeit ihrer Objekte erklärt Herden mit ihrer Arbeitsweise. „Ich male nicht auf ein fertiges Gefäß, sondern arbeite mit eingefärbter Porzellanmasse, die in hauchdünnen Schichten aufgebracht wird.“ Aus den so entstandenen Bildern wird dann erst das Gefäß geformt: „Zunächst wird das Bild konzipiert, die Form entwickelt sich spontan aus dem Bild.“ Juliane Herden hat in Halle Kunst und Design studiert. Ihre transparente Arbeitsweise mit spürbarer Lust am Experimentieren spiegelt sich in ihren Objekten wider. „Das Material Keramik hat eine unendliche Vielfalt“, schwärmt die 32-jährige Künstlerin.

Wer Keramik überraschend anders erleben möchte, kann die Ausstellung bis 31. März in der Keramikgalerie Faita, Alte Marktstraße 45, besuchen.

Frank Schillo und Juliane Herden zeigen ihre Werke noch bis zum 31. März in der Keramikgalerie Faita. Foto: Wal

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