weather-image
22°

Heiner Stender schrieb ein Theater-Feature über das Hamelner Genie

„Es soll ja kein Langweiler sein!“ – Karl Philipp Moritz im Theater

Hameln/Coppenbrügge. Er diffamierte Schillers „Kabale und Liebe“, indem er das Trauerspiel einen Kitschroman nannte. Er gilt als Erfinder der Erfahrungsseelenkunde, die der Psychoanalyse den Weg bereitete. Zudem beurteilte er vor mehr als 200 Jahren, was in einer Zeitung stehen sollte. Und was besser nicht. Von welchem Genie die Rede ist? Karl Philipp Moritz, der oftmals als „ein Freund Goethes“ abgetan wird.

veröffentlicht am 10.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 07:41 Uhr

Seit etwa einem Dreivierteljahr proben die Schauspieler von &bdq

Autor:

Julia Marre
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Ein authentisches Theaterstück“

Tatsächlich aber war er viel mehr: Dichter, Dramatiker, Literat, Journalist, Wissenschaftler, Professor, Theologe – und Ästhet. Im psychologischen Roman „Anton Reiser“ verarbeitete er seine Kindheits- und Jugenderlebnisse. Das 1756 in Hameln geborene Multitalent erobert nun die Bühne des Theaters Hameln – „in einem bis auf Kleinigkeiten authentischen Stück“, wie Heiner Stender sagt. Er ist der Verfasser des Schauspiels. „Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Und eigentlich bin ich nicht scharf darauf, Stücke fürs Theater zu schreiben“, gibt er zu. Animiert habe ihn dann aber doch die Tatsache, dass Moritz in seiner Geburtsstadt als unbedeutend gilt und vernachlässigt wird. „Es kennt ihn keiner“, klagt und klagte Stender – und griff zu fundiertem Material über den Vorreiter des Sturm und Drang sowie der Weimarer Klassik.

Sieben Bücher aus zwei Uni-Buchhandlungen habe er im Vorfeld gewälzt. „Das war manchmal ein bisschen trocken, aber wirklich interessant“, sagt der Autor. Gestrickt hat er aus dem Material ein anderthalb Stunden langes Schauspiel, eine chronologische Erzählung aus dem Leben des Karl Philipp Moritz. „Es gibt viele originelle Szenen“, verspricht Stender, „es sollte ja kein Langweiler werden!“

Und worum geht’s genau? Anfangs werden Kindheit und Jugend des vielseitigen Schriftstellers beleuchtet, es folgen Moritz’ Treffen mit dem Schauspieler August Wilhelm Iffland, seine Begegnung mit Goethe sowie Szenen einer wilden Ehe.

Das Schauspiel als chronologische Erzählung

Die Reihe „Das Weserbergland spielt“, in der die Kulturinitiative „Unser Dorf liest“ das Schauspiel aufführt, hält Heiner Stender für „eine sensationelle Sache“. Es sei besonders wichtig, „das zur Verfügung gestellte Theater auch zu nutzen“, sagt er.

Das Feature „Ein Hamelner Grenzgenie“ zeigt „Unser Dorf liest“ am Samstag, 18. April, um 20 Uhr im Theater Hameln.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?