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A-Cappella-Ensemble aus Minsk mit dem Programm „Mystery“ zu Gast in der Sumpfblume

Ernste Sphärenklänge aus Weißrussland

Hameln. „Wunderklänge“ waren angekündigt worden. In der Tat war es ein etwas anderes Konzert, das mit finanzieller Unterstützung des Landschaftsverbandes auf der Bühne der gut besuchten Sumpfblume stattfand. Die aus dem weißrussischen Minsk stammende Camerata, vier Sängerinnen und drei Sänger mit akademischer Gesangsausbildung, zauberten ungewöhnliche Klangcollagen mit einer Stimmgewalt in den Raum, die ein ganzes Orchester ersetzte.

veröffentlicht am 14.01.2011 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:41 Uhr

Autor:

Ernst August Wolf
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„Schließt man die Augen, dann ist’s wie im Film, man steht förmlich in Savanne oder Urwald“, begeisterte sich ein Besucher. Mit einem schier unglaublichen Stimmumfang, großer Präzision, erstaunlicher Virtuosität und äußerst geschickter Handhabung der technischen Mittel wusste die Camerata nicht nur afrikanisches Flair in die Sumpfblume zu bringen. In der durch viele Stimmungswechsel gekennzeichneten Eigenkomposition „Bulgarian Fantasy“ des Baritons Igor Melnikov verbanden sich gefühlvolle Anklänge an slawische Volksweisen mit lautmalerischen Stilelementen.

Die höchst diszipliniert, mit großem Ernst vorgetragene, durch eine fantasie- und effektvolle Lichtregie begleitete Choreografie unterstrich den mystischen Charakter der Titel. Bei aller handwerklichen Brillanz und musikalischem Ideenreichtum, die das Publikum begeisterten, blieb der Erfolg des Konzeptes aber offen. Der spannende Versuch, einen Tango zu inszenieren, endete seltsam hölzern. Auch die vom volkstanzhaften Stampfen begleitete musikalische Umsetzung des weißrussischen Karnevals erlag der Dominanz von zu viel russischer Seele. Ein Mitmachtitel wurde vom Publikum dankbar und lautstark angenommen, die Wirkung des letzten, in ein Luftgitarren-Finale mündenden Stückes aber blieb aufgesetzt. Von einer alles durchdringenden Ernsthaftigkeit konnte sich das Ensemble während des Konzertes nicht befreien. Unbeschwertheit und Lockerheit blieben Fehlanzeige. Dennoch absolut berechtigter, tosender Applaus. Die Zugaberufe wurden unter anderem mit der „schönen blauen Donau“ erwidert.



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