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Rolling-Stones-Show des Westfälischen Landestheaters sorgt für nostalgischen Abend

Erinnerungsarbeit in Rock

Hameln. Der ältere Herr mit den grau melierten Haaren und seine Gattin sind hin und weg. „Wow, da geht die Post ab, das ist mega, wie in alten Zeiten. Eigentlich müsste man auf die Sitze springen und ausrasten.“ Riesenstimmung im Hamelner Theater bei der großen „Stones-Show“, die unter dem Titel „Let’s spend the Night together“ ein buntes Kaleidoskop der bekanntesten Titel der „Rolling Stones“ präsentierte.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 11:02 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:29 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Das war gelungene Erinnerungsarbeit in reinster Form, da wurden alte Klassenfahrterlebnisse ebenso wieder lebendig wie der mittlerweile abgekühlte Revoluzzergeist. Auch ein Blick ins wild mitklatschende Publikum machte deutlich, wie leicht entzündlich diese musikalischen und sonstigen Reminiszenzen an eine doch recht weit zurückliegende Zeit noch sind.

Ein Funke, ein paar Akkorde, ein Song, ein paar Gesten, und schon wird der große Saal zwar nicht wie seinerzeit die Berliner Waldbühne zerlegt, doch die Stimmung schwappt spürbar vehement über.

Nüchtern besehen, bietet das Ensemble des Westfälischen Landestheaters aus Castrop-Rauxel eine perfekt durchchoreografierte Bühnenshow. Voller Dynamik, dankenswerterweise ohne den Versuch zu parodieren oder zu imitieren, Tanz, Lichtshow und vor allem Gesang sind erstklassig.

Sicherlich mag der eine oder andere Titel vermisst worden sein. Egal, das Feeling stimmte, das war die Hauptsache. Hannes Staffler versprühte seinen immensen maskulinen Mick-Jagger-Charme, der hörbare „Ahhs“ und „Ohhs“ erntete, Jessica Kessler erhielt am Ende spürbar anschwellenden dankbaren Applaus für eine ausgezeichnete Gesangsleistung, wie sich überhaupt das gesamte Ensemble durch gut zwei Stunden allerbeste Stones-Erinnerungen spielte.

Da rastete selbst „Her Majesty the Queen“ aus („It’s only Rock ’n’ Roll, but I like it“) und das Publikum erheiterte sich an vor Spießigkeit triefenden österreichischen Zeitungsberichten über den Auftritt der „Wackelsteine“ in Wien.

Und wenn dann nach einem großartig getanzten und lichttechnisch in Szene gesetzten „(I can’t get no) Satisfaction“ ein melancholisch-stilles „Angie“ erklingt, dann ist die Illusion perfekt. Die Stones in Hameln? Fast.

Nicht zuletzt wegen eines glänzend disponierten „Lipper Saitenorchesters“, das unter der Leitung des mitunter wild über die Bühne hüpfenden, schlaksigen Tankred Schleinschocks zu Höchstform auflief.

Zum Finale grenzenloser Jubel, Standing Ovations, eine Mitsing-Zugabe und aus tiefem Herzen kommende Begeisterung für einen in der Tat grandiosen Abend voll fantastischer Rock-Nostalgie.



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