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Pago Balke und Wolfgang Fernow bringen Maarten ’t Harts „Gott fährt Fahrrad“ auf die Bühne

Erinnerungen, Träume, Krankenhausbesuche

Hameln. „Alldieweil wir in diesem Zustand leben…“, setzt der Vater immer wieder an und bringt den Satz nicht zu Ende. So auch der Bremer Kabarettist Pago Balke. Er erweckt im Theater Hameln den Vater Pau ’t Hart mit seiner Stimme und Gesten zum Leben. Den groben, unfreundlichen, wehleidigen Grabmacher, der im Sterben liegt und doch so lebendig ist. Denn aus der Perspektive des kleinen Sohnes sehen wir einen liebenden Vater, der droht, weil er besorgt ist, und der ein Brett auf dem Lenker seines Fahrrads montiert, damit der Sohn mitfahren kann. Wohin die Reise geht? Zur Sonne, zur untergehenden.

veröffentlicht am 04.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:21 Uhr

Autor:

Astrid Meisoll
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Das lässt schon der bohrende Contrabass des Freiburger Musikers Wolfgang Fernow erahnen. Immer wieder setzt er ein. Mal hoffnungsvoll, mal traurig untermalt er das Cluster aus Erinnerungen, Träumen und Krankenhausbesuchen. Dass die Magenschmerzen des Vaters keine Verstimmung, sondern Krebs sind, braucht für das Publikum im voll besetzen TAB keine Erwähnung. Die Worte stehen für sich, sie treffen, wie es nur der schwarze Humor eines Grabmachers kann. Dann erklärt sich der Schluss von selbst; den Satz beendet der Sohn unausgesprochen im Kopf: „Alldieweil wir in diesem Zustand leben, müssen wir uns dem Unvermeidlichen fügen.“

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