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Gothic-Szene trifft sich beim M’era Luna Festival

Elektroklänge erzeugen Gänsehaut

HILDESHEIM. Ein Hauch Exklusivität umweht das 54 Fußballfelder große Festivalgelände vom M’era Luna. Wer hier schwarz sieht, gehört vermutlich zu den knapp 25 000 Besuchern des Musikevents in Hildesheim, dass seit 19 Jahren Anhänger der Gothic- und Alternativeszene begeistert.

veröffentlicht am 12.08.2018 um 22:43 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 10:20 Uhr

Heiß und ruppig: der Auftritt der Band „In Extremo“. Foto: gla

Autor:

Gabriele Laube
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Die einen ergötzen sich an dem Gebotenen und zücken ihre Kameras. Die anderen aber leben im Kreis Gleichgesinnter ihre schwarz-bunten Fantasien aus und investieren viel in ihren individuellen Stil. Keinen stört es, wenn jemand im knappen Lackbikini mit löcherigen Netzstrümpfen, prunkvollem viktorianischem Kleid oder grellfarbigem Ganzkörperanzug daherkommt. Oder im Lotl-Bandshirt mit silberner Schädelkette. „Das ist wie nach Hause kommen“, ruft Chris Harms von „Lord of the Lost“ (Lotl) ins rappelvolle Infield. Die Dark-Rocker standen, wie die Mehrzahl der auftretenden Bands bereits oft auf der Besetzungsliste des Veranstalters. Ebenso wie das Musikprojekt „Das Ich“ von Gothic-Altmeister Bruno Kramm und Stefan Ackermann, dessen intensiver Schreigesang zu packenden Elektroklängen Gänsehaut erzeugt. Auch im Hangar stehen die Fans dicht an dicht, wie bei fast jeder Show. Dem aufgeblasenen Gockel (Requisite) dorthin treten, wo es wehtut. So politisch eindeutig positioniert sich die amerikanische Band Ministry und ihr wütender Mix aus Industrial, Metal und Ebm liefert überzeugende Argumente dafür.

Feuerfontänen schießen vor den Party-Experten und Mittelalter-Rockern „In Extremo“ in die Höhe. Zweifel daran, ob „Sternhagelvoll“ ein geeignetes Lied fürs M’era Luna ist, legen sich angesichts der Karaoke-Welle schnell, der Sänger scherzt ja nur. Auch ohne Alkohol macht der aggressive Rave mit Lichtgewitter und Bühnennebel von „The Prodigy“ tanzsüchtig. Entschleunigung zur Kaffeezeit bringt Synthie-Pop Sänger Peter Heppner mit seinen melancholischen Songs. Seinen Hit „Die Flut“ performt er mit Joachim Witt gemeinsam – eine perfekte Überraschung. Währenddessen posiert in der Sonne düster und ernst, bunt in seiner Vielfalt, das schmucke Völkchen für Fotos. Lächelt für einen Klick mit dem Smartphone für die Internetwelt. Das M’era? Es ist wie ein schwarzes Märchenland.



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