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Mit „The International“ debütiert Regisseur Tom Tykwer in Hollywood

Einfallsreicher Thriller mit Tiefgang

Als hätte Tom Tykwer es bereits geahnt. Wegen der Finanzkrise sind die Menschen derzeit noch weniger gut auf Banken zu sprechen, als dies sonst der Fall ist. Da macht es sich für Tykwers neuen Thriller besonders gut, gerade eine Bank zum großen Bösewicht zu stilisieren. Das gelingt ihm so vortrefflich, dass das Publikum wütend, schockiert und zynisch das Kino wieder verlassen wird. Und das im besten Sinne. Denn Regisseur Tykwer konstruiert keine abstruse Geschichte, sondern erzählt von Machenschaften einer luxemburgischen Großbank, wie wir sie uns inzwischen als bittere Wahrheit vorstellen können.

veröffentlicht am 18.02.2009 um 17:21 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 11:41 Uhr

Schießt über das Ziel hinaus: Salinger (Clive Owen).

Autor:

Katharina Peter
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Der Wahrheit

auf der Spur

Der Interpol-Agent Louis Salinger ist dem Vorstand der IBBC (International Bank of Business Credit) auf der Spur. Das Geldinstitut versucht sich als Waffenzwischenhändler in Afrika zu etablieren. Denn wer nach einem Krieg die Schulden kontrolliert, der hat die Macht. Doch obwohl Salinger zumindest einen Teil dieser Wahrheit kennt, kann er der Bank nichts nachweisen. Jedesmal, wenn er ihr ein Stückchen näherkommt, sterben Menschen: ob Zeugen, Agenten oder sogar Auftragskiller der anderen Seite, nur weil Salinger auf ihrer Spur ist. Dabei wird das Guggenheim-Museum in einem gigantischen Schusswechsel zerlegt.

Wie kaum ein anderer versteht es Tykwer, sein ganz eigenes Tempo zu finden, ohne den Zuschauer hinter sich zu lassen. Damit hebt sich „The International“ ab vom Einheitsbrei und löst sich von der konventionellen Thrillerstruktur. Dennoch lässt der Film einen auf der Kinosesselkante sitzend aufgeregt mitfiebern. Der deutsche Regisseur hat damit seine erste große Hollywood-Produktion abgeliefert: eine sehr gelungene.

Charismatischer

Hauptdarsteller

Mit Clive Owen hat er zudem einen charismatischen Hauptdarsteller gewonnen, der irgendwo zwischen kämpferischem Idealismus und dem Wissen, nichts wirklich ändern zu können, innerlich kaputtgeht. Unterstützt wird der Brite von Naomi Watts, die seine Partnerin Elli spielt, und von Armin Mueller-Stahl als Insider im Bankengeschäft, der seine eigenen Ideale verraten hat. Spannende Unterhaltung mit viel frustrierendem Tiefgang.

„The International“ ist im Maxx-Kino am Hamelner Bahnhofsplatz zu sehen: täglich außer Sonntag und Montag um 17.30 Uhr, täglich außer Montag um 20.15 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 22.45 Uhr.



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