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Einfach perfekt: Tanzend durch die Zeiten

Von Karla Langehein

Hameln „Wie das Land, so die Menschen und wie die Menschen, so der Tanz“: Unter diesem Motto führte Michael Janze durch den Tanzabend des Sorbischen National-Ensembles, das am Samstagabend im Hamelner Theater gastierte. Auf dem Programm: slawische Volkstänze im ersten Teil und nach der Pause jene Ballettschöpfung, die den Titel des Tanzabends beisteuerte: “Durch die Zeiten“. Hier gelang den Choreografen Kornel Kolembus und Juraj Šišk eine überzeugende Zusammenführung von Ausdruckstanz und, bezüglich der Schrittfolgen und Hebefiguren, Elementen des Volkstanzes.

veröffentlicht am 01.11.2010 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

kultur
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Von Karla Langehein

Hameln „Wie das Land, so die Menschen und wie die Menschen, so der Tanz“: Unter diesem Motto führte Michael Janze durch den Tanzabend des Sorbischen National-Ensembles, das am Samstagabend im Hamelner Theater gastierte. Auf dem Programm: slawische Volkstänze im ersten Teil und nach der Pause jene Ballettschöpfung, die den Titel des Tanzabends beisteuerte: “Durch die Zeiten“. Hier gelang den Choreografen Kornel Kolembus und Juraj Šišk eine überzeugende Zusammenführung von Ausdruckstanz und, bezüglich der Schrittfolgen und Hebefiguren, Elementen des Volkstanzes.
 In einer Reihe eindrucksvoll in Licht und Farbe getauchter Bilder wird die Geschichte einer Frau erzählt, die einen Mann (Marek Rajzik) heiraten muss, den sie nicht liebt. Eifersucht und Mord sind die Folge. Und wenn „Sie“ (Katarina Procházková) den Tod (Katarina Šišková) vergeblich anfleht, ihr den Geliebten (Vadim Kovalov) nicht wegzunehmen, werden im Ablauf diese Szene Anklänge an Orpheus und Eurydike wach. Libretto und Musik stammen aus der Feder des 1985 geborenen Samuel Dalferth, der sich nicht nur mit der Herausgabe des bereits in 2. Auflage erschienenen „Producing Handbuchs“ einen Namen machte, sondern auch als Songwriter und Workshopdozent. „Durch die Zeiten“ lebt von einer Mixtur aus Anklängen an slawische Volksmusik sowie Pop- bzw. Filmmusik, aufgemischt mit teilweise stark verhallten Zuspielungen (Sologesang und Chor sowie Sologeige und Synthesizer). Trotz einiger Längen ein interessantes Stück und in dieser Wiedergabe gutes Tanztheater.
 Das hohe Niveau des 18-köpfigen Ensembles prägte auch den ersten Teil des Programms mit slawischen Volkstänze aufgeführt - hinreißend: der von Stampfen und Klatschen bestimmte sorbische „Nochtener Tanz“. Höhepunkt: drei slawische Tänze von Antonin Dvorak, deren musikalische Basis perfekt und klangschön aus dem Orchestergraben tönte: eine großartige Leistung der Musiker, die unter der Leitung von Dieter Kempe keine Wünsche offen ließen.
 Leuchtende Farben und abwechslungsreiche, mit Präzision umgesetzte Choreografien vermittelten neben Lebensfreude vor allem auch Einblicke in das jeweilige Brauchtum slawischer Völker und Minderheiten. Ein großer Schatz, den es aller Globalisierung und Sparmaßnahmen zum Trotz zu hüten und vor dem Vergessen zu bewahren gilt.



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