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Mal lustig, mal kitschig, mal traurig: Der Familienfilm „Marley & ich“

Eine unentschlossene Tragikomödie

Eigentlich sind Labrador-Retriever liebe Hunde, zutraulich, folgsam und niedlich. Doch Marley, benannt nach dem berühmten Reggae-Musiker Bob, ist ganz anders: ungezügelt, energisch, ungehorsam. Und sehr hungrig. Einem Monster gleich verschlingt er Möbel, Bücher, Vorhänge, zur Not auch mal eine Garageneinrichtung. Ständig bellt er, wirft Leute über den Haufen und zerrt seinen Herrn über die Strände Miamis. Dieser Hund ist die Hölle. Trotzdem hat ihn jeder gern.

veröffentlicht am 11.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

Marley mag alles – besonders gern dann, wenn er es zerstör

Autor:

Michael Ranze
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Marley gab es wirklich. Er gehörte John und Jennifer Grogan und war 2005 Held eines Bestsellers. Die Drehbuchautoren Scott Frank und Don Roos machten daraus ein Lustspiel, das im turbulent-slapstickhaften Stil von „Beethoven“ oder „Turner & Hooch“ beginnt, um sich mehr und mehr auf Marleys Besitzer und ihre Probleme zu konzentrieren. John und Jennifer Grogan, im Film von Owen Wilson und Jennifer Aniston verkörpert, arbeiten als Journalisten, vor kurzem haben sie in Miami einen Neuanfang gewagt. Neues Haus, neuer Job, neuer Hund – da bleiben die Probleme nicht aus. John, der lieber als rasender Reporter Geschichten nachjagt, wird von seinem Chef (Alan Arkin) dazu verdonnert, eine tägliche Kolumne zu schreiben. Jennifer hingegen lässt die Karriere sausen, um im Laufe des Films drei Kinder zu bekommen. Als Gegenfigur fungiert Johns bester Freund Sebastian (Eric Dane), der das Singleleben in vollen Zügen genießt und als Starreporter von einem Krieg zum nächsten eilt.

Probleme einer Mittelstandsehe

Es geht also um so gewichtige Themen wie Selbstverwirklichung, Zufriedenheit, Karriere und erfülltes Privatleben. Regisseur David Frankel, bekannt durch „Der Teufel trägt Prada“, beschreibt sensibel und aufmerksam die Probleme in der Mittelstandsehe. Dabei fungiert Marley immer wieder als Kitt, der das Paar versöhnt und in schwierigen Situationen begleitet. Ironischerweise verhilft der Hund seinem Herrn zur erfolgreichen Karriere: John macht ihn zum Helden seiner Kolumne. Doch auch ein Hundeleben geht mal zu Ende, im tränentreibenden Finale wird’s sentimental und kitschig. So changiert „Marley & Ich“ ein wenig unentschlossen zwischen Komödie, Drama und Familienunterhaltung.

„Marley & ich“ läuft derzeit täglich um 14.45,17.30 und 20.15 Uhr im Maxx-Kino am Bahnhofsplatz.

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