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Wie „Heiter bis wolkig“ die Geschichte einer Krebskranken erzählt, die nichts zu verlieren hat

Eine Komödie im Angesicht des Todes

Einen Film über eine Krebskranke als einen Mix aus harmloser Komödie und melancholischem Drama zu inszenieren, ist mutig. Besteht doch die Gefahr, dass das Ganze entweder geschmacklos oder kitschig gerät. Regisseur Marco Petry und Drehbuchautor Axel Staeck haben es dennoch gewagt. Mit „Heiter bis wolkig“ gelingt es ihnen tatsächlich, trotz aller Klischees, dick aufgetragener Gefühle und einer guten Portion Klamauk von einer Erkrankten zu erzählen, die nichts mehr zu verlieren hat und genau das gnadenlos ausnutzt.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Britta Schmeis
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Tim (Max Riemelt) und Can (Elyas M’Barek) haben immer die gleiche Masche, um die Mädels ins Bett zu bekommen: Die beiden Kantinenköche erzählen den Frauen, der andere leide unheilbar an Krebs und habe nur noch einen Wunsch. Das funktioniert auch bei Marie (Anna Fischer), die Tim sofort verständnisvoll anguckt und schließlich mit nach Hause nimmt. Doch zum Sex kommt es nicht, denn aus dem Nebenraum ertönt furchtbares Husten: Maries Schwester Edda (Jessica Schwarz) hat Lymphdrüsenkrebs im Endstadium.

Tim muss gehen, kann Marie jedoch nicht vergessen und steht bald wieder vor der Tür. Weil Marie zur Arbeit muss, hält sie es für eine großartige Idee, dass sich Tim ein wenig um Edda kümmert, schließlich teilen sie ja so viel. Doch Edda gibt sich als Kotzbrocken, der nicht nur Tim vor den Kopf stößt, sondern auch die aufopferungsvolle Schwester. Vor allem aber durchschaut sie Tims Lüge und macht sie sich zunutze.

Die Handlung mit all ihren schrägen Situationen inszeniert Marco Petry mit komödiantischer Leichtigkeit und zugleich mit dem notwendigen Gespür für die Tragik, die Wut und Traurigkeit aller Beteiligten. Dass Petry das alles in knallbunte Komödienfarben taucht, stört nur am Anfang. Neben der starken Beziehung zwischen Tim und Edda verkommt die ohnehin nicht sonderlich glaubhafte Liebe zwischen Marie und Tim zur Nebensache. Egal, denn da hat der Film einen längst gepackt.

„Heiter bis wolkig“ ist ab heute auch im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich außer sonntags und montags um 17 Uhr und täglich um 19.30 Uhr.



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