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Kultregisseur Sam Raimi kehrt mit „Drag Me to Hell“ zurück zu seinen Wurzeln

Eine Horror-Hommage, angereichert mit sehr viel Humor und Selbstironie

Kein guter Arbeitstag für die Bankangestellte Christine Brown (Alison Lohman). Nicht nur, dass ihr Chef einen neuen Kollegen eingestellt hat, mit dem sie um die lange versprochene Beförderung wetteifern muss. Plötzlich setzt sich eine alte, einäugige Schreckschraube mit losem Gebiss, dreckigen Fingernägeln und vollgesabbertem Taschentuch an ihren Schreibtisch. Es ist Mrs. Ganush (Lorna Raver). Ob sie noch einmal einen Aufschub für die Hypothek auf ihr Haus bekommen könne? Christine muss nach kurzer Rücksprache mit ihrem Chef das Begehren zurückweisen. Was für ein Fehler! Nicht nur, dass Mrs. Ganush noch in der Filiale eine Szene macht und sich nach Büroschluss in der menschenleeren Tiefgarage mit Christine einen minutenlangen Catfight liefert. Sie belegt das arme Mädchen mit dem Fluch des Lamia. Folge: Böse Geister überall – und nur einer kann sie vertreiben…

veröffentlicht am 10.06.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Zwischen Séance und Friedhofsszene

Sam Raimi ist zurück. Wer gedacht hatte, dass sich der Kultregisseur nach dem überragenden Erfolg der „Spiderman“-Trilogie im Sessel zurücklehnt und sein Geld zählt, sieht sich getäuscht. Raimi ist zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurückgekehrt und lässt es wie weiland 1983 in „Tanz der Teufel“ („Evil Dead“) ordentlich krachen. Doch keine Angst: So schockierend und blutrünstig wie damals geht es hier nicht zu. Raimi hat „Drag Me to Hell“ als Hommage an den Universal-Horror der 30er Jahre inszeniert. Da gibt es gleich zu Beginn ein schwarzweißes Universal-Logo, eine Séance, eine schwarze Katze namens Hekuba, die unvermeidliche Friedhofsszene, all das angereichert mit sehr viel Humor und Selbstironie. Wenn sich eine Fliege auf Christines Oberlippe niederlässt, ahnt man nichts Gutes. Doch die Pointe, die die sorgfältig aufgebaute Spannung endlich löst, lässt den Zuschauer laut auflachen. Köst-lich auch der lebende Kuchen oder das Nasenbluten, das eher einem Fontänenstrahl gleicht. Dabei kommt Raimi ganz ohne Schnickschnack aus: Träger des Fluches ist ein simpler Mantelknopf, mehr nicht. Er gehört Christine, und in einem hochmoralischen Ende versucht sie, ihn (und somit den Fluch) zu ver-schenken. Doch welchem Feind möchte man schon solch böse Geister auf den Hals schicken? Alison Lohman verkörpert diesen Zwiespalt glaubwürdig. Sie ist eine Scream-Queen, die man gern beschützen möchte: hübsch, bezaubernd, manchmal durcheinander, manchmal so pragmatisch, dass sie sich auch mit einem Tacker zu wehren weiß. Sam Raimi fährt derweil weiterhin zweigleisig: „Spiderman 4“ ist geplant. Ebenso ein neuer „Evil Dead“-Film.

„Drag me to hell“ ist im Hamelner Maxx-Kino zu sehen täglich um 18 und 20.15 Uhr, Freitag und Samstag auch um 23 Uhr.



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