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Liebe und Tanz in Buenos Aires: „Tanguera“ an der Staatsoper

Eine Frage der Haltung

Hannover. Ein Schiff wird kommen: Die Gangway klappt herunter, und eine schöne Frau im Trenchcoat schreitet an Land. Auch sie gehört zu den Immigranten, die in ein neues Leben aufgebrochen waren. Überdimensionale Fotos von Europäern, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Argentinien eingewandert sind, hat man schon auf der Bühne gesehen: Bilder von verhärmt wirkenden Männern und Frauen mit vielen Koffern und noch mehr Kindern. Was im Sommer-Gastspiel „Tanguera“ an der Staatsoper gezeigt wird, soll nicht nur eine Erzählung über die Geschichte des Tangos sein, sondern auch eine über die Geschichte Argentiniens.

veröffentlicht am 04.07.2013 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Martina Sulner
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Im Vordergrund jedoch steht, na klar, eine Liebesaffäre: Die schöne Immigrantin Giselle verlässt in Buenos Aires das Schiff und verliebt sich in den Hafenarbeiter Lorenzo. Doch sie wird von Gaudencio verführt: Der ist zwar ein Schurke, sorgt aber dafür, dass Giselle zur gefeierten Tangotänzerin wird. Lorenzo jedoch kämpft um seine Liebe.

„Tanguera“, 2002 in Buenos Aires uraufgeführt und seit Jahren auf Welttournee, nennt sich „das Tango Musical“. Gesungen wird zwar kaum, doch der Abend erzählt eine einfache, stimmige Geschichte und ist mehr als eine Aneinanderreihung von Tanzszenen. Die zwei Dutzend Tänzer sind bestens eingespielt. Die Choreografien von Mora Godoy betonen den sportiven Charakter der Inszenierung (Regie: Omar Pacheco). Leticia Fallacara als Giselle, Dabel Zanabria (Gaudencio) und Esteban Domenichini (Lorenzo) sind exzellente Tänzer. Das ist hochprofessionelles Tourneetheater.

Doch es fehlt an Herzblut. Zwar singt Marianella viel von Herz und Schmerz, doch der Inszenierung fehlt das. In eineinviertel Stunden spulen die Tänzer die Geschichte ab; anschließend gibt es zehn Minuten lang Zugaben. „Tanguera“ wirkt extrem sportlich und versprüht den Charme eines ambitionierten Wettkampfs. Daran ändert wenig, dass die Bühne oft in rotes Licht getaucht ist und rote Vorhänge Bordell-Atmosphäre beschwören sollen.

„Tanguera“ ist bis Sonntag, 7. Juli, an der Staatsoper Hannover zu sehen.



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