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Bachs „Weihnachts-Oratorium“ als Mitsing-Konzert

Eindrucksvolle Verstärkung

HAMEN. Vor drei Jahren hat das Publikum das „Weihnachts-Oratorium“ von Johann Sebastian Bach in voller Länge unter Hans-Christoph Becker-Foss in Hameln erlebt. Nun erklangen die ersten drei Kantaten des berühmten und beliebten Werks erneut in der Marktkirche, diesmal unter Leitung des Nachfolgers Stefan Vanselow. Aber diesmal war vieles anders.

veröffentlicht am 11.12.2017 um 18:19 Uhr

Kreiskantor Stefan Vanselow. Foto: geb/archiv
Holländer1

Autor

Ernst-Wilhelm Holländer Reporter
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Das Mittelschiff der Kirche füllten die Sänger der Hamelner Kantorei, aber mit willkommener Verstärkung. Vanselow hatte zu einem „Mitsing-Konzert“ eingeladen, und immerhin 79 Anmeldungen hatte es gegeben (auf Grund der Wetterverhältnisse waren einige vielleicht nicht gekommen).

In nur wenigen Proben wurden die Gäste eingebunden, und es zeigte sich, dass da nicht etwa Laiensänger mitwirkten, sondern Sangeskundige, die das Werk kannten und die Chor-Partien schon mitgesungen hatten.

Das Ergebnis: ein wahrlich stattlicher Chor mit den von den Hamelnern längst gewohnten Qualitäten. Vom einleitenden „Jauchzet, frohlocket“ bis zur Wiederholung des den dritten Teil beschließenden Satzes („Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“) genoß das Publikum fülligen, dabei doch durchhörbaren Chorklang, teils strahlend, in den Chorälen auch weich und innig intoniert, mit perfekter Beherrschung der Koloratur-Ketten, etwa im Lob der Engel („Ehre sei Gott in der Höhe“). So klingt ein eher berufsmäßiges Ensemble.

Vanselow hatte es nicht einfach: hier der riesige Chor, auf der anderen Seite vor dem Altarraum das Orchester, zur Seite die Solisten, und all das hatte er, sozusagen „stereo“, mit klaren, oft anfeuernden Gesten voll im Griff.

Den Instrumentalpart bestritten Mitglieder des Niedersächsischen Staatsorchesters. Die Zuhörer lauschten der Gruppe der Trompeten und Pauken im glänzenden bis geradezu grellen D-Dur-Jubel, den wunderschön klingenden Oboen, den Flöten mit dem brillanten Solisten, den abgerundeten Streicherklang.

Und im Continuo wirkte in kollegialer Verbundenheit Christiane Klein am Orgel-Positiv.

Vier durchweg sehr junge Vokalsolisten hatte Vanselow aufgeboten. Friederike Weritz gestaltete mit leuchtender Stimme die Sopran-Einsätze, Ann Juliette Schindewolf sang die Alt-Partie (sehr schön die herrliche Arie „Schlafe, mein Liebster“). Joscha Eggers fiel als textverständlich gestaltender Evangelist auf: Sein Tenor klingt sehr hell und irgendwie im besten Sinne jungenhaft. Michael Jäckel (Bass) setzte profunde Stimmpracht ein, so in der Arie „Großer Herr und starker König“. Dies alles war ein Fest der Stimmen!

Nach weniger als anderthalb Stunden ging man in fröhlicher Stimmung auf den schneebedeckten Weihnachtsmarkt hinaus. Wie gern hätte man noch die weiteren drei Teile des „Weihnachts-Oratoriums“ genossen!

Aber die kommen wohl noch irgendwann.



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