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Ein weites Feld für Entdeckungen in der Galerie arche

Von Richard Peter

Hameln. Das gibt es auch nicht alle Tage im Spielzimmer arche, dass einer aus Bildtiteln ein Gedicht macht. Auch wenn es sich beim Werk eines Karl Cohnen – zusammen mit Ehefrau Gudrun mit „Bildern und Objekten“ seit Freitag in der Galerie am Haspelmathturm – geradezu anbietet mit Bildtiteln wie „Hochsommer“, „gekippte Sommerzelte“, „Knochenflöte“ und „Dunkelsommer“. Die allesamt ein bisschen an Piktogramme erinnern, willkürliche Kürzel, die einen aber nicht zu Trolleys oder WC leiten. Seltsame Konstellationen, die Helmut Dohrmann, selbst arche-Künstler, in seiner Einführung in Gedichtform präsentierte. „Kreiswehrersatzamt / im Dunkelsommer / Herr Bohnsack / spielt vor gekippten Sommerzelten / die Knochenflöte“.

Cohnen
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Der erste Eindruck: vermutlich keine Liebe auf den ersten Blick – eher Befremden vor Bildern, von denen man nicht genau weiß, was sie darstellen und bedeuten wollen. Es geht dann noch um Eistüten und Hörner – und die schlichte Erkenntnis, dass in jedem Bild des Künstlers eine irrwitzige Geschichte schlummert, ganz konkret und surreal, bodenständig und abgehoben, voll Fantasie und kindlich-naiver Fantastik. Ganz anders Cohens Frau Gudrun, deren textile Objekte einen spontan erobern – ohne Erklärungen und Übersetzungen. Sie sind – ganz amorph und wunderlich – und so, wie sie sind, einfach wunderbar.

 

Die Werke Gudrun und Karl Cohnens sind bis zum 27. September in der Galerie arche, Kastanienwall 12 in Hameln, zu sehen: mittwochs von 11 bis 13, samstags von 10 bis 13 und sonntags von 11 bis 14 Uhr.

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