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Bei der Pyrmonter Theater Companie trägt Don Quichotte einen Schirm als Schwert

Ein verrückter Ritter aus Leidenschaft

Hameln. Das Orchester auf der Theaterbühne hat gerade sein erstes Stück gespielt, als die Musiker an Basstrommel, Triangel und Becken beginnen, miteinander zu plaudern. Darüber, dass sie sich musikalisch nicht entfalten können. Dass sie gern Solostücke für Trommeln spielen würden. Dass sie bei der öden Tätigkeit am Schlagwerk ja das Glück haben, lesen zu können. „Hä, das ist doch kein Theater?!“, wundert sich ein kleiner Zuschauer. Doch schon wenig später rutscht er vergnügt auf seinem Stuhl herum, quietscht vor Freude, lacht und klatscht. Denn was die Pyrmonter Theater Companie aus dem Cervantes-Roman „Don Quichotte“ gemacht hat, ist mehr als eine kindgerechte Version der bekannten Ritterparodie.

veröffentlicht am 08.11.2010 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

Gespielte Langeweile: Weil ihr Orchesterjob sie nicht ausfüllt,

Autor:

Julia Marre
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Carl-Herbert Braun hat aus dem 400 Jahre alten Stoff ein humorvoll-kreatives Musiktheaterstück geschaffen. In „Don Quichotte oder die Macht der Fantasie“, das das Ensemble am Sonntag im TAB zeigt, träumen sich die drei unterforderten Orchestermusiker in ihre Märchenwelt. Während Carl-Herbert Braun als fantasierender Ritter „Attacke“ ruft und jeden Kampf verliert, versucht Jörg Schade als sein Gefährte Sancho Panza zu retten, was zu retten ist. Und Judith Guntermann schlüpft gekonnt in alle übrigen Rollen. Der temporeiche Ritt durch die Träume der Musiker wird mit der Musik Georg Philipp Telemanns untermalt. Und an nicht wenigen Stellen schmunzeln auch die Orchestermusiker über das Spektakel, das die Schauspieler hüpfend und kämpfend, erzählend und spielend veranstalten.

Besonders schön: die musikalischen Requisiten. Da verwandelt sich der Cellokasten in einen Esel oder in ein Bett. Der Notenständer dient als Lanze und Schild, während Braun als Don Quichotte mit dem Regenschirm ficht. Kurzweiliger und amüsanter kann solch ein lehrreiches Schauspiel für Kinder kaum sein.



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