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Galerie Koch zeigt Siebdrucke der englischen Malerin Bridget Riley

Ein ungewöhnliches Lebenswerk

Hannover. Wir wissen, dass alles, was wir von der dinglichen Welt wahrnehmen, nie so ist, wie wir es sehen. Wen wundert’s also, dass viele Maler der jüngeren Vergangenheit diese „ungesicherte Realität“ infragestellten und nach neuen Wegen suchten? Der Galerie Koch ist es gelungen, mit der fast legendären Bridget Riley (geboren 1931 in London), eine Künstlerin vorzustellen, die eine andere Art des Sehens gefunden hat und für ihr ungewöhnliches Lebenswerk bald mit dem Kaiserring ausgezeichnet wird.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:21 Uhr

Bridget Rileys Siebdruck „Leap“, 2008.

Autor:

Klaus Zimmer
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Für Bridget Riley kam 1968, ermutigt durch eine Ägyptenreise und das Studium der Kunst der Grabmaler der endgültige Durchbruch. Die Malerin entdeckte, dass mit den lang gezogenen Trägerformen sichtbare Höfe oder Zonen immaterieller Farbe abstrahlen. Dieser Gedanke kam der Künstlerin entgegen, hatte sie sich doch schon früh besonders für das „Geometrische“ interessiert. Und bei aller Subjektivität der Flächenrhythmisierung hat Bridget Riley mit ihren Siebdrucken ein der Form- und Bildfindung objektiv entgegengesetztes Forum geschaffen: Malerei in reiner Selbstbestimmung.

Wie aus drei, vier oder fünf Farben, alternierend nebeneinandergesetzt – unter Ausgrenzung echter Komplementärfarben-Gegensätze – ein Ereignis von derartiger Beweglichkeit und Farbenfülle entsteht, dass ein Fleck, eine Farbspur genügen können, um alles zu sagen, das ist meisterhaft. Faszinierend auch die Wirkung der vertikalen Streifen und subtilen Farbkontraste, die beim Betrachter dieser unmittelbaren visuellen täuschenden Wirkung der geometrisierenden Bilder eine Grenzerfahrung des Sinnlichen hervorrufen.

Zu sehen bis 10. Oktober in der Galerie Koch, Königstraße 50, Hannover, Tel. 05 11/ 34 20 06.

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