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In der Sumpfblume servieren „Evi und das Tier“ einen skurrilen Musikcocktail mit einigen Wermutstropfen

Ein ungeschliffener Diamant

Hameln. Was für ein furioser Start. Mr. Leu, das Tier, stürmt auf die Bühne und bringt mit einem superheißen Boogie Woogie die leider nur knapp 50 Gäste in der Sumpfblume in Hochstimmung. Sein „Warm up“ der Extraklasse bereitet den Auftritt seiner Frau Evi Niessner vor: Opernsängerin, Vamp, Parodistin. Wenn die Berlinerin „Come into my Room“, „La Vie en Rose“ oder den „Boulevard of Broken Dreams“ singt, dann ist das allererste Klasse, dann spüren die Zuschauer große musikalische Gestaltungskraft, erleben ein enormes Stimmvolumen und eine vor Energie nur so strotzende Künstlerin.

veröffentlicht am 16.02.2014 um 15:54 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Aber auch Mr. Leu leistet am Piano Erstaunliches. Als Begleiter, als überaus beweglicher und verrenkungssicherer Tastenakrobat, als erstklassiger Entertainer. Wild zuckend tobt er durch den Saal, um seine heißen Songs rhythmussicher auf der Bühne fortzusetzen, und mit „Waltzing Mathilda“ gelingt ihm ein zu Herzen gehendes Solo.

Ob nun „Miss Otis regrets“, „Welcome to Paradise“ oder die einfach grandiosen Piaf-Interpretationen der Evi Niessner, musikalisch offenbaren beide Künstler hohes Niveau.

Wären da nur nicht die zwar lustigen, aber letztlich albernen Zwischenmoderationen. Die mag man als „burlesque“ betrachten, und sicherlich sprechen diese Passagen das Publikum an, doch wirken die Texte mitunter recht hölzern, kalauerhaft und wollen einfach nicht so recht zum erstklassigen übrigen Musik-Entertainment passen. Eben noch ganz „Grand Dame“ rutscht Evi immer wieder in die Witzchen erzählende Quietscheentchen-Stimme. Das passt einfach nicht.

Erst im zweiten Teil, in dem der Musik- und Gesangsteil dominieren, scheinen sich beide Gegensätze ansatzweise wieder zu versöhnen. Das sichert spätestens beim Finale die tobende Zustimmung des Publikums, das die Wermutstropfen offensichtlich gerne geschluckt hat.

Was bleibt ist ein ungeschliffener Diamant, ein Duo mit einer bemerkenswerten musikalischen Leistung, dessen textliche Fähigkeiten aber noch sehr viel Luft nach oben beinhalten.



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