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Spiel mit den Tönen bei Sol Gabettas Sonatenabend im ausverkauften Großen Sendesaal des NDR bei Pro Musica

Ein starkes Temperament – zur Ansicht freigegeben

Hannover. Als Sol Gabetta vor rund sechs Jahren ihre Weltkarriere startete, begann über dem Cellistenhimmel nicht nur namentlich die Sonne zu scheinen. Seitdem ist die französisch-argentinische Musikerin mit russischem Blut in den Adern noch selbstbewusster geworden und hat im Umgang mit dem Instrument alle Grenzen der Virtuosität endgültig hinter sich gelassen.

veröffentlicht am 27.01.2012 um 13:01 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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Autor:

Karla Langehein
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Davon konnten sich Konzertfreunde am Donnerstagabend in Hannover ebenso überzeugen wie davon, dass Gabetta sich ihr starkes Temperament nicht nur bewahrt hat, sondern es ganz offensiv auch mimisch und gestisch zur Ansicht freigibt. Das hatte bei Beethovens Variationen über Papagenos „Bei Männern welche Liebe fühlen“ durchaus Witz und den Charme eines kleinen Stummfilms und konnte zur gelegentlich untermalenden Erläuterung mancher in Sottovoce-Strichen und Klavierklang versteckten Passagen beitragen.

Was aber nicht bedeutet, dass Bertrand Chamayou am Steinway zu laut gewesen wäre. Der vielfach ausgezeichnete Franzose überzeugte mit Beethovens kompositorisch dominierendem Klavierpart auch in der Sonate A-Dur op. 68 und später in Mendels-sohns 2. Cellosonate als äußerst sensibel und schnell reagierender Partner der temperamentvollen Cellistin.

Und wer in Beethovens Werk noch weitgehend vergeblich auf süffig strömende Cello-Cantilenen warten musste, wurde in Gabettas deutlich großflächiger gestalteten Mendelssohn-Sonate und erst recht mit der ersten Zugabe, Ernst Blochs „Prayer“, belohnt.

Zuvor aber gab es zum Ende des Programms noch den unterhaltsamen Blick in eine von Beethoven und Mendelssohn weit entfernte Welt: Adrien-François Servais‘ „Fantaisie für Violoncello und Klavier über zwei russische Arien“. In ihr fördert und fordert der auch als „Paganini des Cellos“ apostrophierte Franzose höchste Virtuosität, die beide Künstler gleichermaßen bedienten.

Den endgültigen Schluss des Pro Musica Konzerts bildete dann die zweite, ebenso virtuose Zugabe: das rasant herunter gefetzter Kopfsatz-Allegro der 2. Cellosonate von Dmitrij Schostakowitsch, Langer und (natürlich) von Standing Ovations begleiteter Beifall im bis auf den letzten Platz besetzten Großen Sendesaal des NDR.



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