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Ein spritzig-frischer „Kleiner Horrorladen“

Ein kleines, immergrünes Gewächs entwickelt sich zur lebensbedrohenden Gefahr und aus einem kleinen Blumenladen mit seiner blutrünstigen Pflanze wird ein Horrorladen. Ein höchst vergnüglicher, denn das Musical, das als Grusical firmiert,ist eine ausgesprochen amüsante Geschichte. Und das Theater für Niedersachsen mit "fabelhaften Akteuren und Musikern", wie unsere Kritikerin Gabriele Laube schreibt, wurde vom Publikum mit minutenlangem Applaus belohnt.

veröffentlicht am 12.01.2012 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Von Gabriele Laube

Hameln. Eine Pflanze braucht zum Wachsen Erde, Licht und Wasser. Gut, ein paar Nährstoffe sollten vielleicht auch gegeben werden, um einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde zu bekommen. Was aber passiert, wenn sich ein immergrünes Gewächs zu einer weltbedrohenden Gefahr entwickelt? Das Personal vom „Kleinen Horrorladen“ hat die Antworten. Am Mittwochabend im ausverkauften Theater überzeugt das Ensemble des TfN aus Hildesheim junge wie ältere Zuschauer mit einer spritzig-frischen Aufführung des Grusicals „Der kleine Horrorladen“. Und die erweist sich in der Umsetzung als gar nicht so weit vom 1986 entstandenen Kultfilm entfernt.
 Bei einer Sonnenfinsternis ist es passiert. Das zarte grüne Pflänzchen vom chinesischen Verkaufswagen zieht Hobbybotaniker Seymour in seinen Bann. Was er nicht weiß: Das mysteriöse Grünzeug, dem er liebevoll den Namen Audrey Zwo gibt, ist ein böser Besucher aus dem All auf dem Weg zur Eroberung der Erde. Seymour – bis dato nur einfacher Angestellter in einem Blumenkiosk – gelingt eine Sensation: Dank blutiger Spezialnahrung entwickelt sich Audrey Zwo prächtig und rettet den vor der Pleite stehenden Laden. Und mit dem Erfolg zündet auch die Liebe zu Kollegin Audrey Eins. Doch die narbige menschenfressende Riesenavocado mit den Haifischzähnen und den schwülstigen Mick Jagger-Lippen ist unersättlich – und Seymour schwant Böses. Die Geschichte geht nicht gut aus.
 Das bunte 50er Jahre Bühnenbild erinnert an den Kultfilm und die grausigen Ereignisse im Blumenladen werden musikalisch und spielerisch glänzend in Szene gesetzt. Seymour, dessen verklemmt-tollpatschige Gestalt Jens Plewinski so überzeugend darbietet, und Audrey Eins: Die Rolle der lispelnden Blondine scheint Tanja Krauth geradezu auf den Leib geschnitten zu sein. Und prima singen kann sie auch – „Somewhere that’s green“ in einer anrührend schlichten Art. Herrlich beschwingt moderiert das Mädeltrio aus Navina Heyne, Annika Dickel und Michaela Linck singend und tanzend als roter Faden durch das Programm. Geradezu irrwitzig überdreht dagegen erscheint im Gesamtgefüge die Szene in der Zahnarztpraxis. Und die brillante Umsetzung der Horrorpflanze Audrey Zwo muss die Techniker des TfN unzählige Schweißperlen gekostet haben.
 So ist der minutenlange Applaus nur gerechter Lohn für die fabelhaften Akteure und Musiker, die ihrerseits mit zwei Zugaben den Dank ans Publikum zurückgeben.



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