weather-image

Vor 150 Jahren wurde Gerhart Hauptmann geboren, der Dramatiker der sozial Entrechteten

Ein Meister des politischen Lavierens

Berlin. Arbeiter wurden in seinen Dramen zu Hauptpersonen, Sozialkritik zum Thema – und mit „Die Weber“ errichtete er dem schlesischen Weberaufstand ein literarisches Denkmal: Gerhart Hauptmann wurde heute vor 150 Jahren in Obersalzbrunn in der schlesischen Provinz geboren. Doch er war nicht nur Sozialdramatiker.

veröffentlicht am 13.11.2012 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

270_008_5972363_ku_101_1411_hauptmann.jpg

Autor:

Claudia Schülke
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In den 20er Jahren galt Gerhart Hauptmann (1862 bis 1946) als der literarische Repräsentant Deutschlands schlechthin. Sein junger Kollege Klaus Mann nannte ihn den „Hindenburg der deutschen Literatur“. Tatsächlich war dem Dichter in den 20er Jahren das Amt des Reichspräsidenten angetragen worden. Er lehnte ab. Auch trat er nie einer Partei bei. Doch Hauptmann war ein Meister des politischen Lavierens. Ob wilhelminisches Kaiserreich, Weimarer Republik, Nazi-Diktatur oder Sowjetbesatzung – mit niemandem wollte er es sich verderben.

Gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten unterzeichnete er eine Loyalitätserklärung der Preußischen Akademie der Künste. 1905 war Hauptmann eines der ersten Mitglieder der Berliner Sektion in der Gesellschaft für Rassenhygiene. Dennoch sucht man die NS-Ideologie in seinem Werk vergebens.

Schon auf der Realschule in Breslau musste der kränkelnde Hauptmann die erste Klasse wiederholen. Später zog er sich ein chronisches Lungenleiden zu. Die mittlere Reife schaffte er nicht, versuchte sich aber in der Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule Breslaus. Sein Studium brach er ab und bildete sich erst mithilfe der reichen Kaufmannstochter und seiner späteren Frau Marie Thienemann weiter.

Der vielfache Preisträger war 1912 auch mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Vor allem die Sowjetunion schätzte den wohlhabenden Dramatiker der sozial Entrechteten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt