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Justus Frantz gastierte mit einer „Großen Mozart-Nacht“ im Hamelner Münster St. Bonfatius

Ein Meister der großen Erwartungen

Von Karla Langehein

veröffentlicht am 09.02.2009 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 12:21 Uhr

Rund eine Dreiviertelstunde lang erzählte Justus Frantz unterhal
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Hameln. Während es in Brechts „Lied von der Moldau“ noch heißt „Die Nacht hat zwölf Stunden“, dauerte bei Justus Frantz die sogar „Große Mozart-Nacht“ im Hamelner Münster nur knappe zwei Stunden. Es folgten noch zwei Zugaben – ein Bernstein-Verschnitt und Chopins Fantasie-Impromptu op. 66 – dann ein freundliches Winke-winke – und damit war das Konzert beendet.

Von der Vorankündigung, der Starpianist werde die „schönsten Kompositionen von Mozart am Flügel präsentieren, war bemerkenswert wenig übrig geblieben, denn von den zwei Stunden Konzertdauer entfielen rund dreißig Minuten auf eine Pause und etwa eine Dreiviertelstunde auf unterhaltsame Erzählungen über Mozarts Parisreise aus dem Jahr 1778. Wer in Erwartung einer „Großen Mozart-Nacht“ 35 Euro gezahlt und im Kampf um einen guten Platz eine Stunde Wartezeit in Kauf genommen hatte, hörte alles zusammengenommen etwa eine Dreiviertelstunde Mozart: den Kopfsatz der Sonate F-Dur KV 332, die Sonaten a-moll KV 310 und A-Dur KV 331 sowie die Variationen über „Ah vous dirai-je, Maman!“ Das hatte mit einer „Großen Mozart-Nacht“ nichts gemein und erinnerte an die sündhaft teuren, winzigen Parfümfläschchen in großer Verpackung. Im Handel ist so etwas inzwischen als Etikettenschwindel in Verruf gekommen.

Mozarts Werke sind

große Kostbarkeiten

Aber wer sich freuen wollte und einen Platz ergattert hatte, an dem die Akustik nicht alles ins Schwimmen brachte, freute sich dann auch. Schließlich sind und bleiben Mozarts Werke große Kostbarkeiten, selbst wenn sie nur in so kleinen Dosen verabreicht werden. Und dass Justus Frantz mittlerweile eher als Dirigent denn als Pianist auftritt (und dass dies seinem Spiel auch anzumerken ist), weiß man längst. Geblieben sind der große Name und das Verdienst eines Musikers, der die klassische Musik im Fernsehen populär machte, sie in Dörfer und Scheunen trug und in die Schulen (siehe gestriger Dewezet-Bericht). Dafür lieben ihn die Leute. Und das weiß Justus Frantz.



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