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Nicht nur Martin Lücker, auch die Marktkirchenorgel ist im Abschlusskonzert der Star

Ein Glücksfall

Hameln. Der Eintritt des Herbstes trifft erneut mit dem Ende des Orgelfestes zusammen, das zahlreiche Freunde der Orgelmusik seit Jahren zu den in unserem Landstrich an unterschiedlichen Charakteren reichen Instrumenten führt. Der Zirkel endete am Donnerstag in der Marktkirche St. Nicolai mit einem Konzert des renommierten Frankfurter Organisten Martin Lücker und einem ebenso interessanten, aber auch aus mehreren Gründen schwierigen Programm – letzteres insbesondere bezüglich der Transkription von Hindemiths berühmter Mathis-Sinfonie. Heribert Breuer, Dirigent und Gründer der Berliner Bach-Akademie, widmete sie dem Organisten Lücker anlässlich des 50. Todestages von Paul Hindemith. Eine Arbeit, die trotz ihrer sehr geschickt formulierten Uminstrumentierung auch Fragen aufwirft. Und vielleicht sollte man das Original nicht kennen (und lieben), um diese Fassung genießen zu können. Hindemiths Sinfonie lebt von der genialen Umsetzung der Grünewaldschen Palette in klingende Farben, und die kann durch eine noch so reiche Orgelregistrierung nicht ersetzt werden. Gleichwohl: Eine interessante Begegnung war es allemal, nicht zuletzt wegen Lückers meisterhafter Beherrschung der extrem hohen spieltechnischen Ansprüche.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Karla Langehein
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Dies gilt auch für die eingangs gespielte Komposition von César Franck. „Mon orgue, c’est un orchestre“ bekannte der Franzose einmal und stellte das nicht nur in seinen einzigartigen späten Orgelkompositionen unter Beweis. Schon das um 1860 komponierte Grande Pièce Symphonique weist mit seinen präzise notierten Registrierungsvorschriften den großen Orchestrierer aus, als den wir ihn aus seinem sinfonischen Werk kennen. Ein spannendes Stück, das sich den Hörern zwar nicht ohne weiteres einschmeichelt, aber mit Formen- und Themenvielfalt fasziniert.

Auch wenn Bachs filigrane Triosonate e-moll zwischen diesen gewaltigen Klangblöcken einen etwas unglücklichen Eindruck hinterließ, unterstrich das Programm mit seiner Mischung aus französischen, deutschen, barocken und hochromantischen Klängen wieder einmal das kluge, breit angelegte Konzept der Beckerath/Goll-Orgel: ein Glücksfall.



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