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Schüler gestalteten 70 Mal die 70

Ein ganz besonderer Strauß zum Kunstkreis-Geburtstag

HAMELN. Der Hamelner Kunstkreis feiert mittlerweile sein 70-jähriges Bestehen. Zum runden Geburtstag schenkten Hamelner Schüler einen einzigartigen bunten Strauß mit nichts als stilisierten Siebzigern. Die Feier findet am Samstag, 17 Uhr, im Studio am Rathausplatz statt.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 16:40 Uhr

Siebzig Mal die 70 fantasievoll variiert in unterschiedlichsten Techniken, auf Papier, aus Draht geformt, Blickfang. Foto: wal
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Richard Peter Reporter
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Von Bürgern für Bürger – das eigentliche Erfolgsrezept des renommierten und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Kunstkreises, der mittlerweile sein 70-jähriges Bestehen feiert und am Samstag, 17 Uhr, spektakulär – die Einführung hält Dr. Victor Svec nach einem Grußwort der Stadt Hameln – in seinem Studio am Rathausplatz begehen kann, auch wenn erstmals bei einem runden Geburtstag auf einen Katalog verzichtet werden muss. Doch dafür – fast schon sensationell: einen einzigartigen bunten Strauß mit nichts als stilisierten Siebzigern von Hamelner Schülern als Jubiläumsgeschenk an seinen Wänden zeigt. Siebzig Mal die 70 fantasievoll variiert in unterschiedlichsten Techniken, auf Papier, aus Draht geformt, Blickfang auf einer kleinen Staffelei.

Schöner lässt sich ein Kunstkreis-Jubiläum nicht begehen, bei dem sich die Jugend so erfolgreich engagiert. Denn auch das: mit 70 – und wer würde das nicht besser wissen als die Mitglieder des Traditionsvereins – ist nichts mehr so selbstverständlich. Mal zwickt es da, mal dort – und die finanziellen Probleme haben kontinuierlich zugenommen, seit sich die Stadt – auch früher schon eher zurückhaltend – bei den Zuschüssen zurückgezogen hat und heute gebetsmühlenartig wiederholt, dass es sich bei Kunst allemal um freiwillige Leistungen handelt. Dass der Traditionsverein bei allen Schwierigkeiten auch heute herausragende Ausstellungen zeigen kann – und immer noch als Aushängeschild der Stadt wahrgenommen wird: fast so etwas wie ein kleines Wunder. Aber den Kampf gegen Schwierigkeiten und Ignoranz haben den Kunstkreis von Anfang an begleitet, als vor 70 Jahren vor allem Ministerialdirigent Rolf Flemes die Idee eines geistigen Neubeginns nach Weltkrieg, Holocaust und dem Diktum „entartete Kunst“ mit enormen Elan, Durchhaltevermögen und bedingungslosem Engagement verfolgte und weitere Bürger begeistern konnte.

Nach der Gründung 1948 war es vor allem der Bau des Studios am Bürgergarten – für den Flemes 1957 den renommierten Architekten Professor Dieter Oesterlen aus Hannover gewinnen konnte. 1989 – ebenfalls unter Oesterlen, da war Charlotte Flemes als Vorsitzende aktiv – konnte der Erweiterungsbau eröffnet werden. Unzählig die Künstler, die im Kunstkreis-Studio ausstellten.

Beim 50. Geburtstag konnte Dr. Norbert Humburg, damals als Leiter des Museums auch Kunstkreis-Vorsitzender – bereits 300 Einzelausstellungen, zahlreiche Gruppenausstellungen mit rund 25 000 Kunstwerken auflisten. Gezeigt wurden bis heute – um nur eine kleine Auswahl bedeutender Künstler vorzustellen, Werke von Antes, Barlach, Baumeister, Breitling, Chagall, Goya, Grützke, Hofer, Hokusai, Hundertwasser, Immendorf, Itten, Janssen, Jawlensky, Kokoschka, Lüpertz, Matisse, Mattheuer, Nolde, Oelze, Picasso, Radziwil, Seitz, Tübke, Warhol – um nur die bekanntesten Namen zu nennen – aber auch heimische Künstler von Irene und Josef Apportin über Hans Düne, Friedrich Heißmeyer bis Reinhard Lange.

Unvergessen – und ebenfalls von Rolf Flemes initiiert: „Künstler auf großer Fahrt“ zu einer Zeit, als Reisen mit unüberwindlichen Hindernissen verbunden waren. Dank Flemes konnten heimische Künstler – wenn auch bescheiden – auf Reisen gehen und ihre Eindrücke festhalten, die dann im Kunstkreis ausgestellt wurden. Eine einzigartige Förderung. Und ebenso unvergessen auch die vielen Kunstreisen, die vor allem von Charlotte Flemes organisiert, in viele Läder führten, auch in die DDR und China, vor allem aber an Orte, in denen künstlerische Highlights besichtigt und studiert werden konnten, die später von Claudia Thoem erfolgre ch fortgeführt wurden. Rudolf Jahns schrieb einmal über den Kunstkreis: „Noch nie hingen meine Arbeiten so gut und so schön wie in diesen herrlichen Räumen“. Und diese herrlichen Räume dürfen als Kunstkreis jetzt ihren 70. Geburtstag feiern.



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