weather-image
25°
Virtuos und mitreißend: Das Jörg Seidel Swing Trio und Bill Ramsey gastierten im Theater Hameln

Ein beeindruckender Abend voller Swing-Legenden

Hameln. Wer ihn auf Schlager wie die „Zuckerpuppe“, „Pigalle“ oder die Mimi, die den Krimi mit ins Bett nimmt, reduziert, wird dem Altmeister des deutschen Swing und Blues, dem 1931 in Cincinnati geborenen Bill Ramsey, keinesfalls gerecht. Er spielte schon als Jugendlicher die Titel seiner Vorbilder Louis Jordan oder Fats Waller und begann seine Deutschlandkarriere beim Frankfurter US-Militärsender AFN und den German-American Jazzfestivals 1953 an der Seite von Orchesterlegende Kurt Edelhagen.

veröffentlicht am 17.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 04:21 Uhr

4.0.1

Autor:

Ernst August Wolf
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mit dem Jörg Seidel Trio, einer der besten europäischen Swing-Formationen in der Tradition schlagzeugloser Ensembles von Nat King Cole und Oscar Peterson, gastierte Ramsey jetzt im leider nicht ausverkauften Theater.

Perfektes Zusammenspiel

Im faszinierenden Zusammenspiel mit dem herausragenden Jazz-Pianisten Joe Dinkelbach und Gerold Donker am Kontrabass stellte Gitarrist Jörg Seidel einen atemberaubenden Swing-Sound in den Raum, gab mit seinem Trio dem Abend durch eine virtuose Spielweise und ein kreatives, absolut perfektes Zusammenspiel einen Swing-Charakter besonderer Note.

Seit 16 Jahren musiziert das Trio zusammen, seit zehn Jahren ist es mit Ramsey, aber auch mit Jazz- und Schlagergrößen wie Ron Williams und Greetje Kauffeld auf Tour.

Bill Ramsey, der 78-Jährige mit schlohweißem Haar und hellwachen Augen, tapst mit instinktsicherem Rhythmusgefühl über die Bühne, seine Hand zuckt im Swing-Rhythmus. Er geht von einem zum anderen, begleitet, stimmlich höchst virtuos, die mitreißenden Soli des Trios, freut sich mit dem Publikum über die graziöse Leichtigkeit von Dinkelbachs Klaviersoli, den forsch treibenden Bass Gerold Donkers und brilliert mit rauer Stimme im Duett mit Seidels eleganten Gitarrenläufen.

„Night and day“, „Walking my baby back home“, die legendären Standards von Nat King Cole interpretiert Ramsey so eindrucksvoll wie den Bossa „The shadow of your smile“ oder die Ballade vom „Nature boy“. Dessen Lebensweisheit „Love and be loved in return“ trifft auf Altmeister Ramsey zweifellos zu. Er ist einer, der den Jazz liebt, und den deshalb sein Publikum liebt – nicht nur an diesem beeindruckenden Swing-Abend.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare