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Ein Anfang auf Zukunft konzipiert

Hameln (Pe). Die Eins steht für Fortsetzung, denn die 1. Hamelner Tanztheatertage sind Anfang, der sich zur Tradition entwickeln soll. Open end gewissermaßen und über viele Jahre. Geduld und Ausdauer also vorausgesetzt für eine Reihe, die mit drei international bekannten Compagnien in Hameln Neuland betritt. Sowohl Landschaftsverband als auch die Kulturstiftung haben sich für das ehrgeizige Projekt des Hamelner Theaters finanziell engagiert.

veröffentlicht am 19.04.2010 um 15:26 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

Kultur
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Hameln (Pe). Die Eins steht für Fortsetzung, denn die 1. Hamelner Tanztheatertage sind Anfang, der sich zur Tradition entwickeln soll. Open end gewissermaßen und über viele Jahre. Geduld und Ausdauer also vorausgesetzt für eine Reihe, die mit drei international bekannten Compagnien in Hameln Neuland betritt. Sowohl Landschaftsverband als auch die Kulturstiftung haben sich für das ehrgeizige Projekt des Hamelner Theaters finanziell engagiert.
 Ganz im Sinne der Kulturstiftung, die von Anfang an das Besondere fördern wollte. Und dass der Landschaftsverband erstmals mit dem Theater zusammenarbeitet, ist vor allem Ute Fehn zu verdanken, die von dem Projekt sofort überzeugt war.
 Kommt dazu, wie Hamelns Theaterleiterin, Dorothee Starke, formulierte, dass Tanztheater am ehesten geeignet sei, Generationen zusammenzuführen. Mehr noch: „Ein Forum ist für ganz jung bis ganz alt“. Was Dorothee Starke darüber hinaus am Herzen liegt: Mit den Tanztheatertagen überregionale Bedeutung zu erlangen. Das Event soll ausstrahlen.
 Tanztheater im Umbruch. Waren in Deutschland die Ensembles vor allem an bestehende Theater gebunden – und sind es meist immer noch – gründen sich zunehmend freie Compagnien, seit unsere Bühnen gezwungen sind finanziell abzuspecken und vor allem beim Ballett gespart wird.
 Start der Reihe – und das hochprofessionell – ist am Sonnabend, 24. April, 20 Uhr im Theater mit „Love hurts...Petrushka“, einem Dancical, wie es heißt und Strawinskys geradezu klassisches Ballett, das bei der Uraufführung 1911 mit dem Ballet Russe in Paris nicht nur für Furore sondern auch einem handfesten Skandal sorgte, um ganz moderne Tanzformen wie Streetdance ergänzt – und damit vor allem für junge Zuschauer zusätzlich attraktiv sein könnte.
 Petrushka, das ist bunte Jahrmarktwelt mit Commedia-dell’arte-Einflüssen. Puppentheater neu interpretiert. Der ganze Strawinsky mit seiner genialen Musik erweitert um neue Töne mit Hip-Hop und Techno mit neuen Formen des Ausdruckstanzes.
 Weltberühmt mittlerweile, das Ballet Biarritz, 1988 gegründet und eines von über 20 stattlich geförderten Tanzzentren in Frankreich. Zu erwarten am 27. April, 20 Uhr: Klassiker des Balletts. Tschaikowskys „Dornröschen“, „Schwanensee“ und „Nussknacker“ mit vielen Brüchen, und sei es nur, dass der berühmte Pas à quatre aus Schwanensee hier von Männern getanzt wird. Überraschungen und neue Sichtweisen garantiert.
 Die 3. Compagnie (29. April, 20 Uhr) pflegt wieder einen ganz anderen Stil, ist erzählerischer und theatralischer, wie Dorothee Starke sagt. Mit einer eigens für die Choreografie komponierten Musik geht es um mittelalterliche Formen, drastische Szenen. Dennoch: Was so bildhaft zu sehen ist, wird augenzwinkernd erzählt, ist oft koboldhaft. Das Ensemble hat eine eigene Körpersprache entwickelt, die sie von anderen Compagnien unterscheidet. Typisch für die Schweizer: ihr gestaltetes Gesamtkunstwerk.
 Was die Tanztheatertage so faszinierend macht: Die so unterschiedlichen Stile auf höchstem Niveau. Und das alles als Tanzpaket bereits für 15 Euro für alle drei Abende auf dem früher als „Olymp“ bekannten Balkon. Wer es lieber ganz nahe hat, ist mit 55 Euro dabei und kann ebenfalls drei Events live erleben.
 Selbst wenn der Start nicht ganz so opulent, was die Besucherzahlen betrifft, ausfallen sollte – Hameln hat erfahrungsgemäß extrem lange Anlaufzeiten – Dorothee Starke will Geduld beweisen. Angesichts der Hamelner Ballettschulen und vieler Tanzbegeisterter müssten die Vorstellungen eigentlich rappelvoll sein. Immerhin: Auch aus Hannover liegen schon Bestellungen vor, wie Dorothee Starke versichert.

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