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Im Kino: „Das Bourne Vermächtnis“

Ein Agent im freien Fall

In der Galerie der Hollywoodstars gibt es derzeit keinen, der den Typus des All-American-Boys so rein verkörpert wie Matt Damon. Damon ist der prototypische Junge von nebenan, ein Inbild des Gewöhnlichen. Er faszinierte in drei Filmen um einen Agenten in der Identitätskrise, der aus einer Amnesie erwachend feststellen muss, dass er einem ominösen CIA-Programm zur Herstellung kampftauglicher Agenten entstammt: „Die Bourne Identität“, „Die Bourne Verschwörung“, „Das Bourne Ultimatum“. Und weil diese Formel so erfolgreich war, gibt es nun eine Fortsetzung der Serie. Jeremy Renner („Avengers“) hat „Das Bourne Vermächtnis“ übernommen.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Rainer Gansera
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Für frühere Agenten der Filmgeschichte war „Identitätskrise“ ein Fremdwort. James Bond hatte seine Martinis, seine Girls, ein trickreiches Arsenal an Kampfspielzeugen und die unbestrittene Mission, die Welt zu retten. Matt Damon alias Jason Bourne war der Agent der Neuzeit. Gejagt von ehemaligen Auftraggebern, ist er zum „Systemfehler“ geworden. Er war eine Person, die ihr Personsein erst noch ermitteln musste.

Solche tieferen Bedeutungsebenen und mythischen Anspielungen findet man im neuen Teil der Saga allerdings nur vereinzelt. Dazu passt, dass Tony Gilroy, der bei den ersten drei „Bourne“-Filmen am Drehbuch mitgearbeitet und mit „Michael Clayton“ als Regisseur debütiert hat, sich weitgehend vom bislang üblichen nervösen Handkamerastil verabschiedet. Aber vor allem fehlt der Titelheld.

Der Bourne-Ersatzmann ist Aaron Cross (Jeremy Renner), der zu Beginn im winterlichen Alaska nackt in einen Fluss springt, um eine kleine Schatulle mit grünen und blauen Pillen heraufzuholen. Sie machen aus ihm keinen Superhelden, verleihen ihm aber außerordentliche physische und mentale Fähigkeiten. Wie einst Bourne gehört Cross zu einem Geheimprogramm der amerikanischen Spionageabwehr, das seine Agenten genmanipulatorisch in effiziente Einzelkämpfer verwandelt. Und weil dieses Programm aus dem Ruder gelaufen ist, sollen die sechs auf die grünen und blauen Pillen angefixten Agenten getötet werden.

Nicht nur Revolutionen, auch CIA-Programme fressen ihre Kinder. Cross aber kann entkommen; zusammen mit der hübschen Ärztin Marta (Rachel Weisz) düst er nach Manila.

Der Film verfährt mit dem Erbe der „Bourne“-Trilogie wie ein braver Insolvenzverwalter. Die Standards werden geboten, ergeben spannende Actionpassagen, bleiben aber ohne erfrischende Neuerungen. So zeigen sich die Verfolgungsjagden in den drei Mustervarianten: mittels Automobil, Parcours-Springen und Motorrad.

Jason Bourne hatte mit den Frauen an seiner Seite untergründig flackernde Affären. Im Vergleich dazu bleibt Jeremy Renner als Aaron Cross gesichtslos. Keinen einzigen Blick der Bezauberung oder auch nur der Irritation richtet er auf Marta.

„Das Bourne Vermächtnis“ ist ab heute auch im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich um 14.45, 17.30 und 20.15 Uhr. Am Freitag und Samstag auch in der Spätvorstellung um 22 Uhr.

Die „Bourne“-Reihe wird fortgesetzt. Nach drei Filmen mit Matt Damon in der Hauptrolle spielt in „Das Bourne Vermächtnis“ nun Jeremy Renner einen neuen Spezialagenten. Aber tut dem Actionthriller das auch gut?

Dings vom Dach: Aaron Cross (Jeremy Renner) tritt das Erbe von Jason Bourne an.

Foto: Universal Pictures



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