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Im preisgekrönten Drama „Black Swan“ meistert Natalie Portman ihre wohl größte körperliche Herausforderung

Drastische Bilder über eine unsichere Balletttänzerin

Nina (soeben Golden-Globe-gekrönt: Natalie Portman) hat ihr ganzes Leben dem Ballett gewidmet. Einmal als Primaballerina im Rampenlicht zu stehen – ein Traum, der nun wahr werden könnte. Am Lincoln Center in New York will Chef-Choreograf Thomas Leroy (Vincent Cassel) Tschaikowskys Klassiker „Schwanensee“ in einer bahnbrechenden Interpretation aufführen. Nina erregt seine Aufmerksamkeit, sie ist zweifellos die Richtige für den weißen Schwan Odette. Doch ist sie in der Lage, den bösen Zwilling dieser Doppelrolle, den schwarzen Schwan Odile, adäquat zu interpretieren? Leroy zweifelt. Und er hat eine Alternative. Aus San Francisco ist Lily (Mila Kunis) angereist, eine neue Tänzerin, die das Gegenstück zu Nina bildet: selbstbewusst, unverklemmt, erfahren. Doch Nina ist nicht nur einem Konkurrenzkampf ausgesetzt. Der größte Leistungsdruck kommt von ihrer Mutter Erica (Barbara Hershey). Sie war selbst Tänzerin, hat es aber nie bis ganz nach oben geschafft. Nun lebt sie nur noch für ihre Tochter und deren Karriere.

veröffentlicht am 19.01.2011 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:41 Uhr

Elegante Grazie: Nina (Natalie Portman).

Autor:

Michael Ranze
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Regisseur Darren Aronofsky, der mit „The Wrestler“ die Körperinszenierungen seiner Hauptfigur bloßgelegt hatte, stellt die Frage: Kann Nina sich von ihrer Mutter lösen und einen Zugang zur Rolle der Odile finden? Der Zuschauer sieht die Angst und den Druck auf ihrem Gesicht. Immer mehr verschwinden die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum. Nina hat Visionen. Sie fühlt sich verfolgt und droht verrückt zu werden. Aronofsky gibt gar nicht erst vor, eine psychologisch korrekte Studie dieser Krise zu beschreiben. Er widmet sich den physischen Details: gesplissenen Zehennägeln, zusammengewachsenen Zehen, gebrochenen Rippen, aufgekratzten Schulterblättern. Plötzlich befinden wir uns in einem Horrorfilm. Aronofsky findet drastische, verstörende Bilder für die Unsicherheit seiner Heldin.

Matthew Libatique rückt mit seiner Kamera ganz nah an Natalie Portman heran. Die Kamera schlingert, taumelt, torkelt, sie dreht sich mit ihr, eilt ihr voraus oder hinkt hinterher. Und Natalie Portman? Bislang war sie in ihren Filmen zumeist das unschuldige, zerbrechliche Mädchen. Nun spielt sie, in ihrer größten körperlichen Herausforderung, virtuos einen getriebenen Charakter, der seine Grenzen auslotet. Darren Aronofsky hat ihre dunkle Seite hervorgeholt. Er hat sie in den schwarzen Schwan verwandelt.

„Black Swan“ ist im Maxx-Kino Hameln ab heute zu sehen: täglich um 17 und 20.30 Uhr, morgen und am Samstag auch in der Spätvorstellung um 23 Uhr.



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