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Mobbing und ruppiger Stil? Intendantin des Tanztheaters Pina Bausch in der Kritik

Drama in der Chefetage

WUPPERTAL. Es kriselt am berühmten Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Die Rede ist von Mobbing und ruppigem Führungsstil, außerdem gibt es noch keinen Spielplan für die nächste Saison. Die Vorwürfe bringen die erst seit gut einem Jahr amtierende Intendantin Adolphe Binder in Bedrängnis. Der Stuhl der 49 Jahre alten künstlerischen Leiterin der Kompanie wackelt.

veröffentlicht am 13.07.2018 um 12:37 Uhr

Symbolbild: pixabax

Autor:

Ulrike Hofsähs

Am Mittwochabend traf sich der Beirat des Tanztheaters, schon zum zweiten Mal binnen einer Woche. Eine Entscheidung wurde aber wieder vertagt – obwohl Stadtdirektor Johannes Slawig sagt, eine rasche Entscheidung sei nötig, der Schwebezustand nicht länger hinnehmbar. „Es rumort schon seit längerem“, sagt ein Mitglied des Kontrollgremiums über den „ziemlich weitgediehenen Konflikt“. Hintergrund scheint ein Dauerstreit zwischen der erst kurz in Wuppertal arbeitenden Binder und Geschäftsführer Dirk Hesse zu sein. Er ist seit 2011 im Amt und hat das letzte Wort. Ein offenkundiges Problem ist, dass das Tanztheater, das regelmäßig vor großem Publikum auch in Paris, London, New York und Asien auftritt, noch keinen endgültigen Spielplan für die bevorstehende Saison hat. Der Plan sei von der Geschäftsführung nicht genehmigt worden, heißt es im Haus. Kritik gibt es offenbar an der Auswahl der Stücke und ob sie mit den derzeitigen Tänzern gut aufzuführen seien. Bislang hat das Tanztheater in Wuppertal ab dem 13. September nur vier Aufführungen des Stücks „Vollmond“ im Plan. Binder ist erst seit Mai 2017 in Wuppertal. Unter ihrer Leitung haben die Tänzer weithin beachtet erstmals zwei abendfüllende Stücke aufgeführt, die nicht von der berühmten, 2009 gestorbenen Choreografin Pina Bausch, stammen. Deren gefeierte Kreationen, von „Café Müller“ bis „Nelken“, sind aber auch weiter das Herzstück des Tanztheaters und werden in aller Welt aufgeführt. Einige Tänzer der rund 30-köpfigen Kompanie sind seit Jahrzehnten dabei und kennen die Stücke von Anfang an. Doch klar ist auch, dass das Ensemble sich neun Jahre nach dem Tod seiner Prinzipalin auch für anderes öffnen muss. Verantwortliche der Stadt antworten mit vielsagendem Schweigen auf die Frage, was denn dran sei an den Vorwürfen gegen Binder. Im Hintergrund tagen die Gremien aber im Krisenmodus. Von der Debatte über die Führungsetage wurden die Tänzer überrascht. Die Kompanie gastiert derzeit in Paris, von wo aus sie sich mit einer Erklärung meldet: Sie seien weder an Diskussionen mit Management und Beirat beteiligt, noch hätten sie Informationen über Vorwürfe gegen Intendanz oder Geschäftsführung erhalten.



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