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Tony Gilroys Spionagefilm „Dublicity“

Doppelt fällt besser

Es ist das erste Mal, dass Julia Roberts und Clive Owen nach dem Drama „Hautnah“ zusammen vor der Kamera stehen – diesmal hautnäher. Im Agentenfilm „Dublicity“ machen sie gemeinsame Geheimsache: er als Ray, der verletzte Skeptiker mit Verlierer-Attitüde; sie als Claire, die rätselhafte Drahtzieherin mit starken Nerven. Beide sind sie Spione, die sich lieben – oder doch nur so tun?

veröffentlicht am 04.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Die komplexe Story des Verwirrspiels, die zudem kompliziert arrangiert ist, widmet sich der Industriespionage in der Kosmetikbranche – und während sich die ehemaligen CIA- und MI6-Agenten um Pflegelotion und die Rettung ihrer eigenen Haut sorgen, riecht es verdächtig nach Weichspüler.

Regisseur Tony Gilroy („Michael Clayton“, die „Bourne“-Trilogie) gelingt ein mysteriöser, wenn auch satirischer Agentenfilm, der die Bezeichnung Thriller nicht verdient, weil er wenig spannend ist – auch vom Action- und Lovestory-Genre ist „Dublicity“ weit entfernt.

Zeitsprünge bringen die Story aus dem Takt

Zu einer Handlung, die sich ohnehin nur selten durchschauen lässt, kommt erschwerend das Spiel mit der Zeit hinzu. Völlig anachronisch wird erzählt, ein Versatzstück reiht sich an das andere, ohne dass der Zuschauer das Puzzle zusammensetzen und durchschauen kann. Keine Frage: Rückblenden sind ein attraktives Regieelement, wenn es darum geht, eine lahmende Handlung temporeich zu gestalten. In einer Geschichte, die so viele Fragen aufwirft, dass der Zuschauer sowieso ständig im Dunkeln tappt, können Zeitsprünge leicht zur Übersättigung führen. Denn klar ist hier weder, für wen die Industriespione arbeiten, noch welches Produkt sie schützen sollen – was, wie sich schließlich herausstellt, auch bloß eine Nebensache ist…

Wer Filme mit überraschenden Wendungen mag, wird „Dublicity“ lieben. Grundsätzlich aber krankt der Spionagestreifen an einem: Die exzessiv betriebene Geheimniskrämerei macht die 125 Minuten stellenweise fad. Daran kann auch die hochkarätige Schauspielerriege um Julia Roberts und Clive Owen nichts ändern. Skurriler Höhepunkt ist übrigens der Vorspann, in dem sich die charismatischen Bosse der Beautyfirmen Howard Tully (Tom Wilkinson) und Dick Garsik (Paul Giamatti) eine unbeholfene Schlägerei in Zeitlupe liefern – eine herrliche Szene!

„Dublicity“ läuft heute und morgen jeweils um 15.15, 17.45 und 20.15 Uhr im Maxx-Kino Hameln.

Es riecht nach Weichspüler: Claire (Julia Roberts) und Ray (Clive Owen).



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