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Werke sollen in politischem Kontext gezeigt werden

Documenta-Leiter möchte Gurlitt-Nachlass präsentieren

München/Kassel. Der künstlerische Leiter der Documenta, Adam Szymczyk, hätte den Kunstfund aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt gerne für die Weltkunstausstellung 2017 in Kassel. „Ich habe kein Interesse an einer exklusiven oder ersten spektakulären Präsentation, sondern möchte die Kunstwerke im politischen und ästhetischen Zusammenhang der Documenta in ihrer Gesamtheit zeigen“, sagt Szym-czyk. Die Weltkunstausstellung biete einen einzigartigen Kontext, müsse sie doch selbst als historisches Dokument verstanden werden: „Die Documenta war immer auch eine Meta-Ausstellung – eine Aussage über die Welt der Gegenwart, von der die Kultur ein empfindlicher Teil ist, eine kognitive Erweiterung.“ Statt Highlights zu inszenieren, ziehe er es vor, „die Gesamtheit des Nachlasses in einer stillen Weise zu zeigen, fast neutral, vielleicht nur chronologisch angeordnet“, erklärt Szymczyk. Die Mehrheit der Besucher komme nicht wegen eines Spektakels oder eines Skandals, sondern aus Interesse an der Kunst. „Es ist ein reflektierendes Publikum“, sagt der Kunsthistoriker, der sich auch um Leihgaben der Werke bemühen will, die als Nazi-Raubkunst eingeordnet wurden und den früheren Besitzern deshalb zurückgegeben wurden.

veröffentlicht am 15.04.2015 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:36 Uhr



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